Apo-Tipp

Interaktionen und Nebenwirkungen: Antibiotika Teil 1 Alexandra Negt, 22.11.2019 14:34 Uhr

Nebenwirkungen und Überdosierung

Beta-Lactam-Antibiotika

Innerhalb dieser Gruppe werden Penicillin V (Phenoxymethylpenicillin) und Amoxicillin häufig zur oralen Anwendung verordnetet.

Penicillin V: Unter der Einnahme kommt es häufig zu gastrointestinalen Störungen (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall). Viele Menschen reagieren allergisch auf Penicilline, diese Unverträglichkeit kann sich im schlimmsten Fall durch einen anaphylaktischen Schock äußern. Sofortreaktionen weisen auf eine echte Penicillin-Allergie hin und erfordern einen Therapieabbruch. Darüber hinaus kann es zu Hautausschlägen und Schleimhautentzündungen kommen. Eine seltene, aber erklärungsbedürftige, Nebenwirkung ist die sogenannte Schwarzhaarzunge. Diese Nebenwirkung ist ungefährlich und klingt nach Absetzen der Therapie wieder ab. Da die therapeutische Breite von Penicillinen hoch ist, ist bei Überdosierungen nicht mit Vergiftungserscheinungen zu rechnen.

Amoxicillin: Auch bei diesem Wirkstoff kommt es häufig zu, Erbrechen und Durchfall. Hautauschläge kommen etwas seltener als unter der Einnahme von Penicillin V vor. Bei einer Überdosierung kann es zur sogenannten Amoxicillin-Kristallurie kommen die unbehandelt zur Niereninsuffizienz führen kann.

Cephalosporine

Innerhalb dieser Gruppe wird Cefuroxim häufig verschrieben. Weitere Vertreter dieser Klasse finden eher im Klinikbereich Anwendung. Die Einnahme von Cephalosporinen kann zu einem vermehrten Wachstum von nicht empfindlichen Mikroorganismen führen, häufig steigt die Anzahl von Candida-Stämmen. Darüber hinaus kann es zu einer antibiotika-assoziierten Kolitis kommen. Unter der Einnahme von Cefuroxim kann es zu Erkrankungen des Blutes kommen: Die Ausbildung einer Eosinophilie kommt häufig vor. Thrombozytopenie und Leukopenie treten gelegentlich auf. Es kann zu einem vorrübergehenden Anstieg der Leberenzyme kommen. Verschiedene gastrointestinale Beschwerden wie Bauchschmerzen und Durchfall treten häufig auf. Bei einer Überdosierung kann es zu neurologischen Störungen wie Krampfanfällen kommen. Die Dosierung für niereninsuffiziente Patienten muss dementsprechend angepasst werden.

Tetrazykline

Doxycyclin gehört zu den oral angewendeten Arzneistoffen innerhalb der Gruppe der Tetrazykline. Unter der Einnahme kommt es häufig zu Sodbrennen, Magendruck, Fettstühlen und Blähungen. Wer ein Tetrazyklin einnimmt sollte auf intensive Sonnenbestrahlung verzichten. Unter UV-Licht können phototoxische Reaktionen entstehen, diese äußern sich zumeist in starkem Sonnenbrand, Rötung, Schwellung und Blasenbildung. Die belichteten Hautareale können sich ungewöhnlich stark verfärben. Tetrazykline können nephrotoxische Schäden hervorrufen. Patienten mit bestehender Niereninsuffizienz sollten aufgrund möglicher Verschlimmerung der Grunderkrankung auf andere Antibiotika ausweichen. Bei Überdosierungen kann es zu Leberschäden oder zu einer Pankreatitis kommen.

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