Fresh-Up: Blutegel

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Berlin - Eine Therapie mit Blutegeln soll Schmerzen und Entzündungszustände mindern. Durch die Abgabe von zahlreichen Substanzen ins Blut und die Ernährung der Tiere von Blut scheint das Tier zu den Blutprodukten zu gehören. Was muss die Apotheke bei der Abgabe von Blutegeln beachten?

Blutegel sollen bei Gelenkerkrankungen wie Arthrose und Gicht Schmerzen lindern. Auch bei rheumatischen Erkrankungen sollen die blutsaugenden Tiere Erleichterung verschaffen. Häufig werden Egel auch bei Venenerkrankungen eingesetzt, denn die Egel ernähren sich von menschlichem Blut. Während des Saugens geben sie zahlreiche Substanzen in den Körper ab. Die injizierten Proteine sollen verantwortlich für die Symptomlinderung sein. Die genauen Wirkungen der einzelnen Eiweiße sind wenig wissenschaftlich untersucht. Als Ausnahme kann Hirudin angesehen werden. Der Thrombin-Inhibitor wird bereits in der Medizin eingesetzt.

Blutprodukt oder Arzneimittel

Blutegel könnten aufgrund ihrer Ernährung und Wirkungsweise als Blutprodukt eingestuft werden. Als Blutprodukt würden bei der Abgabe auf die Apotheke strenge Dokumentationspflichten zukommen. Doch Blutegel fallen nicht unter das Transfusionsgesetz (TFG). Laut § 2 Abs. 3 TFG zählen die Tiere nicht zu den Blutzubereitungen. Blutegel gelten als apothekenpflichtige und zulassungspflichtige Fertigarzneimittel. Somit gelten alle Regeln des Arzneimittelgesetzes. Beispielsweise muss den Tieren eine Gebrauchsanweisung beigelegt werden.

Dennoch, ganz ohne Dokumentation geht es nicht. Der Hersteller und der Anwender müssen die jeweilige Egel-Charge dokumentieren. Für die Apotheke entfällt somit zwar jegliche Dokumentationspflicht, doch Apotheker:innen und PTA sollten bei der Abgabe auf die notwendige Chargendokumentation hinweisen. Als eine Charge wird die Gesamtheit aller Tiere gezählt, die in einem gemeinsamen Teich/Becken gehalten wurden und mit derselben Charge Blut gefüttert wurden.#

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