Entlassrezept: Friedenspflicht und Retaxschutz

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Berlin - Klinikärzte dürfen seit Oktober im Rahmen des Entlassmanagements Arzneimittel zulasten der Kassen verordnen. Die zahlreichen Vorgaben und Anforderungen bieten Zündstoff für Retaxationen. Zum Monatsbeginn haben sich der Deutsche Apothekerverband (DAV) und die Ersatzkassen auf Lockerungen geeinigt, die vor Retaxationen schützen sollen.

Der 1. Mai war nicht nur Stichtag für das Inkrafttreten der neuen Regelungen, sondern auch Ende der Friedenspflicht für Muster-16-Entlassrezepte, die seit dem 1. Oktober vergangenen Jahres zulasten der Ersatzkassen abgerechnet wurden. Die Ergänzungsvereinbarung soll rückwirkend zum 1. Mai in Kraft treten.

Klinikärzte mit abgeschlossener Facharztausbildung dürfen ein Entlassrezept ausstellen, allerdings fehlt ihnen die Lebenslange Arztnummer (LANR), die auf dem Formular einen festen Platz hat und für Kostenerstattung unerlässlich ist. Eine Krankenhausarztnummer soll es voraussichtlich erst 2019 geben. So lange soll eine Pseudoarztnummer bestehend aus 4444444 und in den Ziffern acht und neun aus dem Facharztgruppencode in das Feld der Arztnummer gedruckt werden. Außerdem soll die versorgungsspezifische Betriebsstättennummer (BSNR) des Krankenhauses beginnend mit der „75“ aufgedruckt werden, diese wird nach Antrag von der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung (KV) erteilt.

Der Aufdruck von LANR und BSNR ist eine der Fehlerquellen seitens der Kliniken. Die neue Regelung entschärft die Retax-Falle, denn fehlen die Nummern oder Angaben zum Status führt dies nicht mehr zu einer Zurückweisung der Abrechnung. Bei entsprechendem Druck müssen BSNR in Codierzeile und Personalienfeld übereinstimmen. So könne eine Fälschung ausgeschlossen werden. Stimmen die Ziffern nicht überein, aber eine Fälschung kann ausgeschlossen werden, ist eine Retaxation bei fehlender oder falscher BSNR unzulässig. „Die Apotheke hat das Nichtvorliegen von Fälschungsindizien auf der Verordnung zu vermerken und abzuzeichnen.“

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