BtM: Wann wird bedruckt?

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Berlin -

Vorlage- oder Abgabedatum: Was gehört auf das BtM-Rezept? Die Änderung von § 12 der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) lässt diese Frage aufkommen. Denn die 7-Tage-plus Ausstellungsdatum-Regel ist seit mehreren Monaten ausgehebelt.

Im Oktober wurde § 12 BtMVV Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe c um das die Worte „bei Vorlage“ ergänzt und wie folgt geändert: Betäubungsmittel dürfen nicht auf eine Verschreibung abgegeben werden, „die bei Vorlage vor mehr als sieben Tagen ausgefertigt wurde, ausgenommen bei Einfuhr eines Arzneimittels nach §73 Absatz 3 Arzneimittelgesetz“. Zuvor hieß es: „die vor mehr als sieben Tagen ausgefertigt wurde“. Abgabe und Druck mussten innerhalb acht Tagen erfolgen, bei Fristüberschreitung drohte eine Retaxation.

Die Änderung ermöglicht es den Apotheken nun, das Arzneimittel auch über die berühmten acht Tage inklusive Ausstellungsdatum hinaus zu liefern. Denn es scheint nicht mehr der Tag der Abgabe, sondern der Vorlage entscheidend. Dies ist vor allem bei der Belieferung von Substitutionsmitteln unter Sichtbezug entscheidend, denn hier wird am Ende abgerechnet.

Seit Oktober sind zudem Mischrezepte möglich, das bedeutet, dass Take-home-Bedarf und Sichtbezug auf einer Verordnung rezeptiert werden dürfen. Der Arzt kann also für den Take-home-Bedarf patientenindividuelle Zeitpunkte festlegen, an denen Teilmengen zur Sichtvergabe beispielsweise in der Apotheke abgegeben werden dürfen. Diese Zeitpunkte können über die Acht-Tages-Klausel hinaus liegen. Abgerechnet werden darf jedoch nur, wenn der Kunde das Substitut auch erhalten hat. Vorhersehen kann jedoch niemand, ob der Patient zum vereinbarten Zeitpunkt auch in der Apotheke vorstellig wird – ein Grund, nicht bei Vorlage zu bedrucken.

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