Spahns PTA-Reform

Aufsicht und Abzeichnung: Was bleibt, was sich ändert APOTHEKE ADHOC, 18.04.2019 13:35 Uhr

Berlin - Ohne PTA läuft in der Apotheke nichts, und weil das so ist, will Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wenigstens das Arbeiten unter Aufsicht erleichtern. Was würde übrig bleiben an Vorgaben zur Kontrolle und zum Abzeichnen von Rezepten? Und wo verschärfen sich die Vorschriften sogar?

Dass PTA nur unter Aufsicht arbeiten dürfen, ist in § 3 Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) geregelt. Dort heißt es: „Pharmazeutische Tätigkeiten, die von pharmazeutisch-technischen Assistenten, pharmazeutischen Assistenten oder Personen, die sich in der Ausbildung zum Apothekerberuf oder zum Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten befinden, ausgeführt werden, sind vom Apothekenleiter zu beaufsichtigen oder von diesem durch einen Apotheker beaufsichtigen zu lassen.“

Tatsächlich sind PTA in vielen Apotheken im Handverkauf weitgehend selbstständig aktiv. Laut § 17 ApBetrO können sie zwar vom Apothekeninhaber die Befugnis zum Abzeichnen von Rezepten übertragen bekommen. Unabhängig davon müssen sie aber alle von ihnen belieferten Rezepte „unverzüglich nach der Abgabe der Arzneimittel“ einem Apotheker vorlegen. Bei unklaren Verordnungen oder erkennbarem Irrtum und bei Verschreibungen, die nicht in der Apotheke verbleiben, also beispielsweise Privatrezepten, muss die Kontrolle laut Vorschrift sogar vor der Abgabe erfolgen.

Dieser Passus soll nun reformiert werden. Laut Entwurf soll der Inhaber ganz oder teilweise auf die Beaufsichtigung der PTA verzichten können. Voraussetzung sind entsprechende Abschlussnoten, Berufserfahrung und Betriebszugehörigkeit. Außerdem muss eine regelmäßige Fortbildung nachgewiesen werden. Ausgenommen sind Tätigkeiten, die explizit Apothekern vorbehalten sind, sowie die Sterilherstellung und die Abgabe von Betäubungsmitteln, Arzneimitteln mit teratogenen Wirkstoffen (T-Rezepte) und Einzelimporten. Der Verzicht auf die Beaufsichtigung ist vom Apothekenleiter schriftlich oder elektronisch festzulegen. Dabei hat er auch zu definieren, in welchen Fällen ein Apotheker hinzuzuziehen ist.

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