PGEU

EU-Apothekerverband fordert Honorar für Engpässe APOTHEKE ADHOC, 16.05.2019 09:05 Uhr

Berlin - Arzneimittelengpässe und Lieferausfälle sind nicht nur in Deutschland ein wachsendes Problem: Dem europäischen Apothekerverband PGEU zufolge hat sich die Situation innerhalb des vergangenen Jahres nur in 2 von 21 betrachteten europäischen Staaten verbessert, in acht spitzte sich die Situation zu, in elf Staaten blieb sie auf Vorjahresniveau. In einem Positionspapier stellt der Verband deshalb fünf konkrete Forderungen an die Mitgliedsstaaten und ihre Behörden, darunter auch eine Vergütung für den zusätzlichen Aufwand, den das für die Apotheker mit sich bringt.

5,6 Stunden pro Woche: So viel Zeit bringt ein europäischer Apotheker im Durchschnitt auf, um die Folgen von Lieferengpässen und -ausfällen zu managen. Mit einer jährlichen Erhebung untersucht die PGEU, wie sich die Situation von Arzneimittelengpässen in Europa entwickelt. Die Ergebnisse sind wenig erfreulich: In jedem der 21 untersuchten Mitgliedsländer gab es demnach im vergangenen Jahr Arzneimittel, die aufgrund von Ausfällen mindestens kurzfristig nicht abgegeben werden konnten. Ein drastisches Beispiel ist Portugal: Dort gab es dem nationalen Apothekerverband ANF zufolge eine Zunahme von 38,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Engpässe zu bewältigen ist in den vergangenen Jahren leider zu einer alltäglichen Beschäftigung von Apothekern in Europa geworden“, so der seit Jahresanfang amtierende PGEU-Präsident Michał Byliniak. Das führe nicht nur zu Verunsicherung auf Patientenseite, sondern habe auch negative Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung. Denn es sei „nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern auch eine Verschwendung von Möglichkeiten, wenn die dafür aufgewandte Zeit nicht zur Betreuung des Patienten genutzt werden kann“.

Zahlen aus verschiedenen Ländern bezeugen, welch starke Auswirkungen die Engpässe auf die Therapie haben: So zitiert die PGEU aus einer Studie der französischen Patientenorganisation France Assos Santé vom Dezember, wonach ein Viertel der Patienten in Frankreich bereits die Erfahrung gemacht hat, dass sie ein verordnetes Arzneimittel aufgrund von Engpässen nicht erhalten haben, 22 Prozent in der Apotheke, 3 Prozent in Krankenhäusern. 45 Prozent der Betroffenen mussten deshalb die Therapie hinauszögern, ändern oder gar beenden. Zu den Folgen gehörte eine Verschlimmerung der Symptome bei 14 Prozent sowie neue Nebenwirkungen oder gar die Einlieferung in ein Krankenhaus bei jeweils 4 Prozent.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Aposcope-Umfrage

Schlafmittel: Pro und contra Rx-Switch»

Intravitreale Injektionen

Eylea: Bayer plant Fertigspritze»

Generikahersteller

Neuraxpharm: Easy in Österreich»
Politik

„Das eRezept kommt“

#unverzichtbar: ABDA kapert DocMorris-Slogan»

BÄK und KBV in Brüssel

Lieferengpässe: Ärzte fordern europäisches Register»

EU-Dachverband

Parallelimporteure: Neue Studie, neuer Name»
Internationales

Absprachen zu Generika

Pay-for-Delay: EuGH macht ernst»

Apothekenketten

Pessina: Nicht jede Apotheke wird überleben»

Lungenschäden

E-Zigaretten: Zahl der Toten steigt»
Pharmazie

Aktualisierte Leitlinie

Posttraumatische Belastunggstörung – Kinder wurden ergänzt»

Änderung des Lebensstils

Diabetes: Bewegung ersetzt Arzneimittel»

Hautkrebsrisiko

Leo Pharma ruft Picato zurück»
Panorama

Ziel: 300 Millionen Kinder impfen

Müller würdigt Impfallianz Gavi»

„Die Lage ist prekär“

Klinikärzte: Am Limit»

Darolutamid

Prostatakrebs-Mittel von Bayer in Japan zugelassen»
Apothekenpraxis

Franchisekonzept

Easy in der Welt der Wunder»

Lieferengpässe und Rechenfehler

Cannabisrezepturen: Kassen retaxieren wild drauf los»

Dagmar Fischer als neue DPhG-Präsidentin

„Apotheken werden sich verändern“»
PTA Live

Beratungstipps

Fresh-up: Trockene Augen »

Anpassung des Packmittels nach NRF

Tilray: Vollspektrum in neuer Verpackung»

Neue PTA-Schule in Rheinfelden

„Der Bedarf an PTA ist groß“»
Erkältungs-Tipps

Erkältungs-Tipp

Tot oder lebendig – Viren vs. Bakterien»

Erkältungs-Tipps

Wenn die Erkältung fortschreitet: Produktiver Husten»

Erste Erkältungsanzeichen

Darum lohnt es sich früh zu handeln»
Magen-Darm & Co.

Krebserkrankungen

Darmkrebs: 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr»

Krebserkrankungen

Magenkrebs: Wenn die Mitte des Körpers erkrankt»

Von fremden Bakterienstämmen profitieren

Stuhltransplantation: Chancen für Kolitis-Patienten»
Kinderwunsch & Stillzeit

Erkältet in der Schwangerschaft

Der gewisse Push für das Immunsystem»

Schwangerschaftsrisiken

Eileiterschwangerschaft: Gefährliche Fehleinnistung»

Fitness in der Schwangerschaft

Mit Pilates durch die Schwangerschaft»