Koronare Herzkrankheit

Pentalong: 55 Jahre Nitropenta APOTHEKE ADHOC, 18.06.2019 14:23 Uhr

Berlin - Die organischen Nitrate haben seit Jahrzehnten einen festen Platz in der Therapie der koronaren Herzkrankheit (KHK). Einer der Wirkstoffe feiert mittlerweile seinen 55. Geburtstag: Pentaerithrityltetranitrat (PETN), bekannt aus Pentalong (Puren), kann auf eine lange Geschichte zurückblicken.

PETN gehört zur Wirkstoffgruppe der gefäßerweiternden Mittel auf Nitrobasis. Es wirkt direkt relaxierend auf die glatte Gefäßmuskulatur des Herzens. Es handelt sich bei dem Wirkstoff um ein Prodrug: PETN wird im Körper zur aktiven Substanz Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt. Diese erweitert die Gefäße, fördert somit die Durchblutung und beugt dadurch Angina pectoris und KHK vor. Die venöse Kapazität nimmt zu, das zum Herzen fließende Blut verlangsamt sich. Außerdem nehmen der kardiale Füllungsdruck und die Wandspannung ab: Dadurch sinkt der Sauerstoff- und Energiebedarf des Herzens.

1964 wurde PETN erstmals in der damaligen DDR und somit vor dem Arzneimittelgesetz (AMG) vorgestellt, nach dem seit 1976 Nachweise von Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit Voraussetzung für die Zulassung sind. Innerhalb kurzer Zeit etablierte sich der Wirkstoff als Pentalong in der Behandlung der chronisch stabilen Angina pectoris. Im Westen standen den Ärzten zu dieser Zeit in erster Linie die Mono- und Dinitrate zur Verfügung: Isosorbid-Mononitrat (ISMN) und Isosorbid-Dinitrat (ISDN) zählen ebenfalls zu den organischen Nitraten. Der Körper gewöhnt sich sehr schnell an diese Nitrate. Daher kommt leicht zu einer Abschwächung der Wirkung, einer sogenannten „Nitrattoleranz“. Dieser kann jedoch durch eine längere Einnahmepause von etwa zwölf Stunden vorgebeugt werden. PETN führt nicht so stark zu Rebound und Toleranz wie die anderen Vertreter.

Erst nach 1989 erlangte PETN auch in westdeutschen Praxen Bekanntheit: Nach der Wiedervereinigung wurde damit auch für den weiteren Vertrieb des in der ehemaligen DDR vermarkteten Produkts eine Nachzulassung nötig. Sie wurde im Jahr 1994 fristgerecht beantragt. Nach neun Jahren erließ das BfArM 2003 einen Mängelbescheid: Die Behörde sah die Wirksamkeit von Pentalong nicht zweifelsfrei nachgewiesen. Ende 2005 lehnte das BfArM die Nachzulassung des Herzmedikamentes schließlich ab.

  • 1
  • 2

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Weltweit immer mehr Kranke

Coronavirus-Patient in Göppingen stabil»

Corona-Debatten am HV-Tisch

Apothekenteams werden nervös»

Desinfektionsmittel und Atemmasken

Coronavirus: Hamsterkäufe und Wucherpreise»
Markt

Video-Sprechstunden

Führungswechsel bei Kry»

Weiterentwicklung des Berufsbildes

Simons: „Auch eine Dorfapotheke kann innovativ sein“»

Patientendaten-Schutzgesetz

AOK: Gematik soll keine eRezept-App entwickeln»
Politik

Patientendaten-Schutzgesetz

ABDA fordert TI-Anschluss für Apothekerkammern»

CDU-Kandidatencheck

Hennrich: Merz kompetent, aber zum Davonlaufen»

Voßkuhle: „Recht auf selbstbestimmtes Sterben“

Verfassungsgericht kippt Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe»
Internationales

Neuer Rahmenvertrag in England

Kliniken lagern Medikationsmanagement an Apotheken aus»

Verpflichtendes Melderegister

Österreich: Exportverbot für Engpass-Medikamente»

Herba Chemosan

Engpässe: Apotheker zeigen Großhändler an»
Pharmazie

AMK-Meldung

Ringbrüche bei Cyclelle und GinoRing»

RKI erweitert routinemäßige Überwachung

Atemtests nun auch für Coronavirus»

Blutvergiftung

Sepsis: Neue Empfehlungen der S3-Leitlinie»
Panorama

Kreis Göppingen

MTX-Überdosis: Klinikpatientin stirbt»

Nachtdienstgedanken

Ein Kater im Notdienst»

Trickbetrug

Telefonische Angebote: Immer mehr Apothekenkunden betroffen»
Apothekenpraxis

„Der Patientenschützer“

Todesfalle Apotheke: „Hier lauern Gefahren, von denen Sie bisher nichts ahnten“»

„Das erste Mal, dass wir nicht draußen standen“

Volkmarsen: Apotheke versorgt Verletzte»

Übergangsregelung für defekte Notfallpens

Emerade: So muss das (vorläufige) Ersatzrezept aussehen »
PTA Live

Ein Glas zu viel gehabt?

Fünf Tipps gegen den Kater danach»

Service-Download

Kundenflyer Emerade-Rückrufe»

Diabetes mellitus

Fresh-up: SGLT2-Hemmer»
Erkältungs-Tipps

Räusperzwang, Schleim & Co.

Husten: Leitliniengerechte Therapie»

Komplexe Atemwegsinfekte

Tracheobronchitis & Sinubronchitis: Wenn die Bronchitis aufsteigt»

Natürliche Feuchthaltemittel

Wasserspeicher Hyaluronsäure»
Magen-Darm & Co.

Durchfall, Kopf- und Bauchschmerzen

Salmonellen – Infektion durch Lebensmittel»

Chronische Gastritis und Magen-Darm-Geschwüre

Helicobacter pylori – ein angepasstes Bakterium»

Sodbrennen, Verstopfung & Co.

Typische Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt»
Kinderwunsch & Stillzeit

Narkose, Röntgen & Co.

Operationen in der Schwangerschaft – was geht, was geht nicht?»

Nährstoffe in der Schwangerschaft

Folsäuremangel: Ursachen und Folgen»

Erkältet in der Schwangerschaft

Der gewisse Push für das Immunsystem»