Polyneuropathie

Taubheitsgefühle mit TCM lindern Alexandra Negt, 11.12.2019 14:31 Uhr

Berlin - Experten schätzen, dass einer von 2000 bis 2500 Menschen unter Polyneuropathie leidet. Besonders häufig betroffen sind Diabetiker. Behandelt wird die Erkrankung unter anderem durch den Einsatz von Antikonvulsiva, Antidepressiva und Vitmamin-B-Präparaten. Immer mehr Betroffene setzen auf Therapiemöglichkeiten aus Fernost: Akupunktur, Moxibustion und Qi Gong sollen Beschwerden lindern. Spezialisierte Kliniken wie die Klinik am Steigerwald implementieren diese alternativen Methoden bereits in den Klinikalltag.

Chinesische Medizin

Da viele Erkrankte durch die Schulmedizin keine ausreichende Linderung ihrer Beschwerden erfahren, stehen alternative Behandlungsmethoden hoch im Kurs. Die wichtigste Behandlungssäule der Chinesischen Medizin ist die Arzneitherapie – die Dosierung der meist pflanzlichen Präparate wird regelmäßig (mitunter täglich) angepasst. Dr. Christian Schmincke, Leiter der Klinik am Steigerwald, betont, dass jede chinesische Arznei patientenindividuell ausgewählt wird. Es werden verschiedene ergänzende Methoden angewendet, darunter die Akupunktur und die Moxibustion.

Akupunktur

Durch regelmäßige Akupunktursitzungen kann die Schmerzintensität bei vielen Polyneuropathie-Patienten abgesenkt werden. Die positiven Effekte auf Bewegungsstörungen können nicht einschätzt werden. Schmincke betont, dass das Verfahren an der Steigerwald Klinik beispielsweise nur in Kombination mit anderen Verfahren eingesetzt wird. Bei dem Verfahren werden unterschiedlich lange Nadeln in die betroffenen Areale gestochen. Dort verbleiben sie für eine bestimmte Zeit (20 bis 30 Minuten). Durch die Punktion des Gewebes soll das Gehirn angeregt werden, mehr Glückshormone auszuschütten – eine Schmerzlinderung und Herbasetzung des Muskeltonus können die Folge sein. Krankenkassen beteiligen sich bei gewissen Indikationen bei den Kosten.

Moxibustion

In China wird die Moxibustion als gleichrangige Therapie zur Akupunktur geachtet. Bei der Behandlung werden bestimmte Punkte durch verglühende Beißußfasern (Moxa) erwärmt. Den traditionellen chinesischen Lehren zufolge wirkt die Hitze auf den Fluss des „Qi“ in den darunter liegenden Meridianen. Der Beifuß (Artemisia vulgaris) wird im Frühjahr gesammelt und getrocknet. Bei der Behandlung mit einer Moxa-Zigarre werden Körperpunkte indirekt erwärmt. Die Glimmstäbe werden über die betroffene Areale gehalten, bis sich das Gewebe erwärmt hat. Bei der Behandlung mittels Moxakegel wird eine dünne Ingwerscheibe auf dem Rücken platziert. Der Therapeut gibt eine kleine Menge Beißuf-Pulver darauf und entzündet dieses. Die Ingwerscheibe wird nach einem bestimmten Schema über die Haut geschoben.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Mehr aus Ressort

Weiteres
Markt

Quantencomputer

Merck-Chef erwartet Technologiesprung»

Pharmadienstleister

Diapharm ohne Sibbing»

Digitalkonferenz

Letzte Chance: Bewerbungsfrist für VISION.A Awards verlängert»
Politik

Schwanen-Apotheke Burgstädt

Engpässe: Petition Ende Januar im Bundestag»

Abrechnungsdaten

Spahn: Daten können Menschen heilen»

Podcast WIRKSTOFF.A

Die Glaubensfrage in der Apotheke»
Internationales

Lungenschäden

E-Zigaretten: Zahl der Toten steigt»

Neuer SARS-Auslöser

Unbekannte Lungenkrankheit – wahrscheinlich Corona-Viren»

Großbritannien

Einbrecher wollen Arzneimittel klauen – und vergiften sich»
Pharmazie

Bericht

WHO bemängelt geringen Nutzen neuer Antibiotika»

Omega-3-Präparate

Zodin nicht mehr auf Rezept»

AMK-Meldung

Missbrauchspotenzial: Cannabis in der Apotheke»
Panorama

China

Lungenkrankheit: Ausmaß größer als erwartet»

Verwirrende Bezeichnung

Münchner Apotheke: Homöopathie und Drogen»

Kontakt zum Vater wichtig

Kinder leiden bei Scheidung auch gesundheitlich»
Apothekenpraxis

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Kompromiss zum RxVV»

Apothekenregister

Betriebserlaubnis: Apotheker schreibt an Spahn»

Undine-Apotheke Neukölln

Religiöse Bedenken: Apotheker darf Pille danach verweigern»
PTA Live

Völkerschule Osnabrück

Individueller Wiedereinstieg für PTA»

NRF-Ergänzungslieferung

Neue und geänderte Rezepturen»

Ab 2023 in Kraft

PTA-Reform im Bundesgesetzblatt»
Erkältungs-Tipps

Erste Erkältungsanzeichen

Darum lohnt es sich früh zu handeln»

Erkältungssymptome

Erste Erkältungs-Etappe: Trockener Husten»

Kostenübernahme

Erstattungsfähigkeit von pflanzlichen Arzneimitteln»
Magen-Darm & Co.

Krebserkrankungen

Magenkrebs: Wenn die Mitte des Körpers erkrankt»

Von fremden Bakterienstämmen profitieren

Stuhltransplantation: Chancen für Kolitis-Patienten»

Magen-Darm-Beschwerden

Diarrhoe: Zuckeraustausch mit Folgen»
Kinderwunsch & Stillzeit

Erkältet in der Schwangerschaft

Der gewisse Push für das Immunsystem»

Schwangerschaftsrisiken

Eileiterschwangerschaft: Gefährliche Fehleinnistung»

Fitness in der Schwangerschaft

Mit Pilates durch die Schwangerschaft»