Heilpflanzenportrait

Salbei – Heilung aus dem Mittelalter APOTHEKE ADHOC, 09.10.2019 15:06 Uhr

Salbeitinkturen werden hingegen eher bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet: Sie können Zahnfleischbeschwerden lindern und Mundgeruch entgegenwirken. Verfügbare Konzentrate werden in Wasser verdünnt und zum Spülen verwendet. Wichtig ist, die Lösung im Anschluss nicht zu schlucken. Salbei und einige andere Arzneipflanzen enthalten das ätherische Öl Thujon. Hierbei handelt es sich um eine Substanz mit toxischem Potential. In höherer Dosierung können Vergiftungserscheinungen auftreten. Bei oraler Einnahme von Salbeipräparaten sollte die Anwendungsdauer deshalb so kurz wie möglich sein. Bei der Einnahme von Salbeitee besteht aufgrund der Lipophilie des Thujons kein Risiko einer Überdosierung, das Öl geht nur in Spuren in die wässrige Phase über.

Vor der Anwendung von Salbei sind einige wichtige Hinweise zu beachten: Salbeiöl sollte niemals unverdünnt angewendet werden, da es ansonsten zu starken Haut- und Schleimhautreizungen kommen kann. Für die Mischung einer Gurgellösung reichen wenige Tropfen Öl für ein Glas Wasser aus. Für Kleinkinder, Schwangere und Stillende empfiehlt sich Salbei nicht. Das Öl darf bei Säuglingen und Kleinkindern nicht im Bereich von Nase und Mund angewendet werden, da es zu Atemnot kommen kann. Vorsicht ist auch bei Asthmatikern geboten. Diese sollten eine Anwendung oder Einnahme vorab mit ihrem Arzt abklären. Die Inhalation kann unter Umständen einen Asthmaanfall auslösen.

Der Name leitet sich von den lateinischen Wörtern „salvare“, zu deutsch „heilen“ beziehungsweise „salvus“ zu deutsch „gesund“ ab, wobei sich die Namensgebung vor allem auf den als Heilpflanze verwendeten Echten Salbei (Salvia officinalis) bezieht. Salbei gehört zur Familie der Lamiaceae und kann eine Höhe von bis zu 70 Zentimetern erreichen. Die Blätter sind graugrün und drei bis zehn Zentimeter lang. Sie laufen spitz zu und haben eine kräftige Mittelrippe. Die Pflanze blüht von Mai bis Juli mit hellblauen Lippenblüten. Ursprünglich stammt der Salbei aus dem Mittelmeerraum. Gemäß Europäischem Arzneibuch (Ph.Eur.) müssen Salbeiblätter mindestens 1,5 Prozent ätherisches Öl enthalten.

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