Apotheken in Shopping-Centern haben zahlreiche Frequenzbringer direkt um die Ecke. Doch nicht immer reichen die Lage und Anbindung an andere Shops für den wirtschaftlichen Erfolg. In Berlin meldete ein erfahrener Center-Apotheker Insolvenz an – das Ziel: Die beiden Apotheken sollen verkauft werden.
Seit mehr als 20 Jahren ist Dr. Herbert Kuberka selbstständig. Er führt zwei Center-Apotheken in Berlin. Eine Arcaden-Apotheke liegt in Spandau, die andere in Tempelhof. Der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wurde Ende September gestellt. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Dr. Florian Linkert von der Kanzlei BBL bestellt. Immer mehr Apotheken meldeten zuletzt Insolvenz an. Betroffen seien besonders Einzelapotheken mit Umsätzen zwischen 1,5 bis 3,5 Millionen Euro.
Der Betrieb der beiden Center-Apotheken laufe uneingeschränkt weiter, so Linkert. Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten seien die Standorte geöffnet. Auch der Onlineshop stehe weiterhin für Bestellungen zur Verfügung.
Kuberka beschäftigt 48 Angestellte. Für die Mitarbeitenden werde ein Antrag auf Insolvenzgeld bei der Bundesagentur für Arbeit gestellt. Auf diese Weise soll das Unternehmen Zeit gewinnen, sich neu aufzustellen. Linkert ist zunächst damit beschäftigt, das Vermögen des Apothekers zu sichern und zu erhalten.
Gleichzeitig wird ein Inhaberwechsel angestrebt. Linkert und sein Team leiteten den Verkaufsprozess ein.
Als Gründe für die Insolvenz werden vor allem gestiegene Kosten wie Miet- und Personalaufwände genannt. „Hinzu kommen finanzielle Belastungen, die die wirtschaftliche Situation zusätzlich belastet haben.“ Wie hoch die Schulden konkret sind, wird nicht genannt.
Center-Apotheken stehen vor verschiedenen Herausforderungen. Einerseits profitieren die Inhaberinnen und Inhaber von der Lage und der Nähe zu weiteren Geschäften sowie den Parkmöglichkeiten. Doch die Mieten für die Flächen in zentraler Lage sind mitunter sehr hoch. Außerdem müssen sie sich auf lange Öffnungszeiten einlassen. Im Fall von Kuberka ist es am Spandauer Standort montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr. Am Samstag öffnet die Apotheke eine Stunde später – die späten Schließzeiten wirken mitunter abschreckend bei der Personalsuche.