Brandenburg

Ausgezeichnete Ausbildungs-Apotheke

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Berlin -

Gute Auszubildende sind Gold wert. Gleiches gilt umgekehrt: Ein engagierter Ausbilder ist es ebenfalls. Das Land Brandenburg hat daher zehn Ausbildungsbetriebe mit dem „Brandenburgischen Ausbildungspreis 2015“ geehrt; darunter erstmals auch eine Apotheke. Preisträgerin Karin Günther, Inhaberin der Raths-Apotheke in Brandenburg an der Havel, setzt sich bereits seit Jahren besonders für den Erhalt des PKA-Berufs ein.

Bis 2007 war Günther Vorsitzende des Prüfungsausschusses der brandenburgischen Apothekerkammer. Etwa 1000 Auszubildende hat sie dabei zum Abschluss begleitet. Seit 2004 ist sie Vorsitzende des Berufsbildungsausschuss. Sie habe dazu beigetragen, dass die Ausbildungszeit nach einer bereits abgeschlossenen Ausbildung verkürzt werden könne, erklärte Thomas Schmidt, Ehrenpräsident des Landesverbandes der Freien Berufe, in seiner Laudatio auf die Raths-Apotheke. Auch für mehr Gerechtigkeit und Transparenz des Prüfungsgeschehens habe sich Günther eingesetzt.

Die Apothekerkammer habe die Raths-Apotheke für den Ausbildungspreis vorgeschlagen, berichtet Günther. Der Landesverband der Freien Berufe hat sie daraufhin ebenfalls als Bewerberin nominiert. Im Gremium ist ihrer Auszeichnung einstimmig zugestimmt worden. Die Raths-Apotheke ist damit die erste Apotheke überhaupt, die den seit elf Jahren vergebenen Preis erhalten hat. In der Apothekerkammer wird die politische Anerkennung der Apotheke begrüßt.

Günther hat auf der Webmesse „Planbar“ und in einem Schülerkalender für den PKA-Beruf geworben. „Eine gute PKA kann dem Chef sehr viel Arbeit abnehmen, wenn ihr Verantwortung übertragen wird“, ist sie überzeugt. „Meine Super-PKA, die seit 1992 bei mir arbeitet, plant selbstständig die Frei- und Sichtwahl und kümmert sich um unsere Internetseite und Facebook“, sagt sie.

Derzeit bildet Günther drei PKA und eine Pharmazeutin im Praktischen Jahr (PhiP) aus. Ausbilden macht ihr Spaß. „Selbstverständlich muss man sich auch Zeit nehmen und Arbeitsschritte erklären. Es geht nicht, einen Auszubildenden in die Apotheke zu holen und dann als Botenfahrer oder Putzkraft einzusetzen“, sagt sie. Ihr PKA im dritten Lehrjahr, Erik Glatzer, hat Günther zur Preisverleihung begleitet. „Ich habe ihn inzwischen überzeugt, dass er sich im Anschluss für einen Pharmaziestudienplatz bewerben wird: Er ist sehr gut“, erzählt Günther.

Bislang bilde in Brandenburg nur jeder fünfte Betrieb aus, kritisierte Brandenburgs Arbeitsministerin Diana Golze (Die Linke) bei der Preisverleihung. Damit liege das Land unter dem ostdeutschen Durchschnitt. Der Anteil der Ausbildungsbetriebe müsse steigen, um eine Abwanderung der Jugend und einen Fachkräftemangel zu verhindern, forderte sie. 7952 neue betriebliche Ausbildungsverträge wurden in diesem Jahr bei den Kammern abgeschlossen. Es sei aber auch wichtig, Ausbildungsplätze attraktiv zu gestalten: Denn laut Golze blieben in diesem Jahr mehr als 1000 Lehrstellen in Brandenburg unbesetzt.

Der mit jeweils 1000 Euro dotierte Brandenburgische Ausbildungspreis ist eine Initiative des Brandenburgischen Ausbildungskonsenses. Der Preis wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert. 72 Betriebe hatten sich an dem vom Arbeitsministerium ausgeschriebenen Wettbewerb beteiligt. Zehn wurden ausgezeichnet; neben der Raths-Apotheke etwa auch der Wasserverband Lausitz in Senftenberg und die EMIS Electrics in Lübbenau. Schirmherr des Preises ist Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

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