Spannen, Schuppen und Jucken

Beratungstipps für Kunden mit trockener Haut

, Uhr
Berlin -

Mit dem Herbst beginnt die Heizperiode – die Blütezeit der sogenannten Xerosis cutis, der trockenen Haut. Unter der Diagnose hydrolipidarmer Haut leiden über 10 Millionen Menschen in Deutschland. Treten die Symptome auf, gibt es viele Möglichkeiten den Kunden mit kleinen Tipps zu helfen, die kalte Saison weitgehend symptomfrei zu überstehen.

Trockene Heizungsluft ist eine der Hauptursachen für das lästige Spannen, Schuppen und Jucken der Haut. Schuld sind die großen Temperaturschwankungen zwischen außen und innen, die aufgeheizte Luft entzieht der Haut Feuchtigkeit, nachdem diese bei niedrigen Temperaturen zusätzlich noch die Lipidproduktion herunterfährt. Auch das zunehmende Lebensalter führt dazu, dass unser Schutzmantel gegen die Umwelt dünner und anfälliger wird.

Es gibt viele teilweise auch vermeidbare Ursachen für das Austrocknen der Haut. Nikotin- und Alkoholgenuss, Fehlernährung und eine zu kleine Trinkmenge gehören dazu. Häufiges und heißes Duschen oder die falsche Hautpflege spielen eine Rolle, genau wie der Kontakt zu schädigenden Stoffen im häuslichen oder beruflichen Umfeld. Ebenso können Diuretika, Chemotherapeutika oder Kortison eine trockene Haut zur Folge haben.

Trockene Haut ist das Leitsymptom von Krankheiten wie Psoriasis, Neurodermitis, Skabies, atopischem Ekzem oder Mykosen. Auch bei vielen Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes, Allergien und Schilddrüsenproblemen tritt trockenen Haut häufig auf. Die Haut gilt mehr noch als die Augen als der Spiegel der Seele des Menschen, denn auch Stress und psychische Faktoren spielen eine Rolle.

Ist es erst einmal so weit, dass Fett- und Feuchtigkeitsmangel unsere Haut ausgetrocknet haben, so reicht unter Umständen schon ein unbedachtes Kratzen. Unsere Hautbarriere erleidet kleine Risse die sich entzünden können und die Entzündungshormone lösen erst recht einen Juckreiz aus. Ein Teufelskreis beginnt, der nicht selten noch größere Probleme nach sich zieht. Durch die feinen Risse bildet sich eine Eintrittspforte für Viren und Bakterien. Häufig sind Rötungen, Verhärtungen, Trockenheitsekzeme oder Warzen an Händen und Füßen die Folge.

Eine gepflegte und gesunde Haut lässt sich vor allem dann erhalten, wenn rechtzeitig gehandelt wird, bevor die genannten Symptome auftreten. Unsere Waffen im Kampf gegen Juckreiz, Schuppen und Wintertrockenheit sind hochwertige natürliche Öle, Allantoin, Panthenol, Licochalclne A, Polidocanol, Vitamin E und vor allem Urea. Ausgehend von den Symptomen der betroffenen Patienten wird dann der passende Wirkstoff herausgesucht. In einem Positionspapier von 2018 zur Diagnostik und Therapie der Xerosis cutis wird vor allem Urea als Goldstandard genannt. Harnstoff findet sich daher in fast allen Kosmetiklinien gegen trockene, schuppende Haut. Grundsätzlich gilt außerdem, dass die Hautpflege um so lipidhaltiger sein sollte, je trockener die Haut des Kunden ist.

Ein zusätzlicher Tipp für alle juckreizgeplagten Patienten wäre, nicht nur von außen sondern zusätzlich von innen „nachzufeuchten“. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie Omega-3 Fettsäuren in der Nahrung unterstützen die Haut dabei, gesund und geschmeidig zu bleiben. Diese finden sich besonders in Avocado, Seefisch, Samen und Nüssen. Als Zusatzempfehlung zur Hautpflege eignen sich auch Vitamin- oder Mineralstoffpräparate. Denn nicht selten ist eine Hyopovitaminose besonders von Vitamin D sowie ein Zink‐ oder Eisenmangel der Grund für die Beschwerden.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Mehr zum Thema
Kompressor-, Ultraschall- oder Membranvernebler?
Inhalatoren: Worauf beim Kauf zu achten ist
Neue europäische Leitlinie
Lichen sclerosus: Fettsalben empfohlen

APOTHEKE ADHOC Debatte