Dieses Jahr ist alles anders

Alaaf & Helau: Karneval in den Apotheken

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Berlin -

Obwohl der Karneval in diesem Jahr aufgrund von Corona ausfällt, lassen sich die Jecken ihre gute Laune nicht nehmen. Deshalb dürfen die Kostüme in den Karnevalshochburgen an den „jecken Tagen“ nicht fehlen. Die meisten Apotheken haben in diesem Jahr regulär geöffnet und verzichten auf die freien Tage.

In Arnsberg hat sich das Team der Apotheke am Neumarkt deshalb die Pandemie zum Motto genommen. „Etwas Humor in dieser Zeit muss einfach sein“, meint Apothekerin Imke Jansen. Passend zu Schweine- und Vogelgrippe, BSE und Pest wurde sich als Kuh, Huhn, Schwein und Ratte verkleidet. Positiver Nebeneffekt: „Der Mundschutz integriert sich gut ins Kostüm.“

Der Kundschaft hat das Team damit ein großes Lächeln auf das Gesicht gezaubert. „Die Kostüme sind wirklich gut angekommen“, berichtet Jansen. Alle Kunden seien „gut drauf“ gewesen und hätten sich über das Motto amüsiert. Ansonsten war von Karneval in diesem Jahr allerdings nicht viel zu spüren, die Apotheke ist sowohl an Weiberfastnacht wie auch am Rosenmontag geöffnet.

„In diesem Jahr ist es einfach anders“, meint auch Laura Bahnholzer von den Sailers Apotheken in Rottweil. Eigentlich sei der Ort eine Karnevalshochburg – die Kunden seien dementsprechend motiviert, die fünfte Jahreszeit zu feiern. „Alle sind sehr traurig, dass es in diesem Jahr nicht geht“, berichtet die PKA. Während die Offizin in den vergangenen Jahren von kostümierten Kunden geprägt war, verzichteten in diesem Jahr die meisten darauf.

Das Team jedoch hat es sich nicht nehmen lassen, sich dennoch in Schale zu werfen. Alle Mitarbeiter wurden vor Dienstbeginn getestet, damit die Kostüme auch ohne Maske auf den Bildern zur Geltung kommen konnten. Das Thema in diesem Jahr: Der Wilde Westen. „Nehmt euch in acht vor den Cowgirls“, schreibt die Apotheke auf Instagram. „Wir wollten trotzdem ein bisschen gute Stimmung verbreiten“, meint Bahnholzer. Deshalb lief in der Apotheke am Donnerstag Karnevalsmusik, außerdem wurde die Offizin entsprechend dekoriert. „Die Kunden fanden das total gut“, freut sich die PKA. Auf eine Bastelaktion für die Kleinen wurde in diesem Jahr allerdings aufgrund der Pandemie verzichtet.

Bunte Maskenaktion für die Kleinen

Anders sieht es in der Fauerbach-Apotheke in Langgöns aus. „Wir wollten unbedingt etwas für die Kleinen machen, denn auch sie sind die Leidtragenden“, findet Stefanie Faltus. Die Idee für eine Bastelaktion der besonderen Art kam ihr über Nacht: Die Kinder sollen eine Maske verzieren und bunt gestalten. „Denn die normalen Masken sind ja ziemlich langweilig.“ Anschließend kann das Kunstwerk abfotografiert oder in der Apotheke abgegeben werden.

Als kleines Dankeschön erhalten sie eine Tüte mit „Kamelle“ – „denn auch die gibt es in diesem Jahr ja leider nicht“. Die fertiggebastelten Masken wurden dann im Schaufenster der Apotheke aufgehängt – mehr als 20 Stück sind mittlerweile zusammengekommen, bis zum Aschermittwoch werden vermutlich noch einige hinzukommen. „Bei den Kindern kommt die Aktion super an“, meint Faltus. So könne man den Kleinsten zumindest ein wenig Freude bereiten. Sie selbst hofft, dass im nächsten Jahr wieder richtig gefeiert werden kann.

Traurige Leere statt Musik und Gesang

Auch in Mainz ist man bekümmert über den Karnevals-Verzicht: „Das ist alles traurig genug“, meint Eric de Sequeira. Gemeinsam mit seiner Frau Simone leitet er der Römer Apotheken in Mainz. Besonders die Filiale am Fastnachtsbrunnen, die direkt am Schillerplatz liegt, sei hart getroffen, denn das bunte Treiben findet normalerweise direkt vor der Haustüre statt. Ab 11:11 Uhr herrscht dort üblicherweise dichtes Gedränge, Musik, Gesang und ausgelassene Stimmung. Kunden kämen sonst verkleidet und „in leichter Sektlaune mit Helau“ in die Offizin. Dieses Jahr hingegen traurige Leere: Kaum Fastnachtsdekoration, keine Verkleidung und leere Straßen. „Und leider eine gedrückte enttäuschte Stimmung – auch weil die benachbarten zahlreichen Cafés, Bars und Kneipen, aus denen sonst Musik tönt, wegen des Lockdowns geschlossen sind.

Für Inhaberin Simone de Sequeira war es der erste Altweiberdonnerstag in 15 Jahren, an dem sie nicht gefeiert, sondern in der Apotheke gearbeitet hat – wie an einem x-beliebigen Donnerstag. Trotzdem zeigt sich das Team munter schunkelnd auf Instagram und lässt sich die Stimmung nicht vermiesen. „Der Lichtblick war das Schunkeln mit FFP2-Maske und hinter Plexiglas im HV, bei dem einige Kunden – natürlich mit AHA-Abstand – mitgeschunkelt haben, berichtet Filialleiterin Ingrid Lichtin.

 

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