Hohe Margen belasten GKV-Versicherte

TK: Deutsche Arzneimittelpreise zu hoch

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Berlin -

Würde man bei den 30 umsatzstärksten Arzneimitteln die Preise an das internationale Preisniveau angleichen, ließen sich jährlich rund 4,37 Milliarden Euro an Arzneimittelausgaben für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) einsparen. Das ist das Ergebnis einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK).

„Verglichen mit den Arzneimittelpreisen in Norwegen, Südkorea oder Japan beispielsweise zahlen wir in Deutschland eindeutig zu viel für dieselben Produkte. Einzelne Medikamente sind in anderen Ländern bis zu 76 Prozent günstiger. Hier muss der Gesetzgeber handeln und dringend Maßnahmen zur Ausgabensenkung ergreifen, insbesondere im Bereich der patentgeschützten Arzneimittel”, so TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas.

Die den zehn umsatzstärksten Produkte 2024 mit einem durchschnittlichen Apothekenverkaufspreis (AVP) von etwa 4300 machten demnach mehr als 11 Prozent der GKV-Gesamtausgaben aus. Dabei machten diese Präparate nur einen Anteil von 1 Prozent an den abgegebenen Packungen aus. Insgesamt wurden 2024 Arzneimittel für mehr als 55 Milliarden Euro auf GKV-Kosten abgegeben.

Kostentreiber seien hier laut TK-Analyse vor allem neue Patentarzneimittel – mit 7 Prozent der abgegebenen Packungen, aber fast 54 Prozent der Ausgaben. Als Beispiel sei hier das neue Demenz-Mittel Leqembi zu nennen, das Jahrestherapiekosten von mehr als 40.000 Euro verursache.

Etwa 0,8 Prozent der gesamten nationalen Bruttowertschöpfung (BWS) habe die Pharmaindustrie in Deutschland erwirtschaftet, im europäischen Vergleich sei das Platz 7, bei den gleichzeitig höchsten Arzneimittelausgaben pro Kopf. Das zeige: „Hohe Listenpreise in der gesetzlichen Krankenversicherung garantieren uns keine Arzneimittelproduktion in Deutschland und Europa. Sie erhöhen nur die Margen für die pharmazeutischen Unternehmen und belasten die Beitragszahlenden in der GKV“, so Baas.

Dabei könne die GKV kurzfristig jährlich um bis zu elf Milliarden Euro entlastet werden: durch Absenken der Umsatzsteuer auf Arzneimittel auf 7 Prozent könnte (Einsparungen von bis zu sieben Milliarden Euro), Erhöhung des Herstellerabschlags für Patentarzneimittel auf 17 Prozent (Zugewinn von drei Milliarden Euro) und die Einführung von sogenannten Arzneimittel-Fokuslisten bringe eine weitere Milliarde Euro. Mit den Fokuslisten könnten Kassen unter (pharmakologisch)-therapeutisch vergleichbaren Arzneimitteln eine wirtschaftliche Auswahl treffen.

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