Praxen wollen keine „Resterampe“ sein | APOTHEKE ADHOC
KBV plant Plakatkampagne

Praxen wollen keine „Resterampe“ sein

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Berlin -

Die Kassenärzt:innen fürchten, dass die Aufhebung der Priorisierung und der Einstieg der Betriebsärzt:innen in den Praxen zu Chaos führen könnten. Denn einzig die Niedergelassenen müssten derzeit Impfstoff abgeben.

„Dass Betriebsärzte mitimpfen ist sinnvoll, wenn es mehr Impfstoff gibt“, so der KBV-Vorsitzende Dr Andreas Gassen. „Es darf dadurch aber nicht zu Kürzungen der Liefermengen in den Praxen kommen. Gerade mit Wegfall der Priorisierung ab dem 7. Juni brauchen die Praxen deutlich mehr und nicht weniger Impfstoff.“

Die KBV stellt daher eine deutliche Forderung an die Politik auf: „Wir brauchen – und zwar so schnell wie möglich – endlich Verlässlichkeit, Planbarkeit und ausreichende Impfstoffmengen für die Praxen. Die Niedergelassenen sind nicht die Resterampe beim Impfen. Impfstoffmengen dürfen nicht einseitig aus Beständen der Praxen gekürzt werden, um diese umzuverteilen“, so KBV-Vize Dr. Stephan Hofmeister.

Die Impfbereitschaft der niedergelassenen Haus- und Fachärzt:innen sei riesig, so Gassen. „Fast 70.000 Kolleginnen und Kollegen leisten tagtäglich mit ihren Teams der medizinischen Fachangestellten Enormes. Erst mit den Praxen hat das Impfen richtig Fahrt aufgenommen.“ Und Hofmeister weiter: „Man muss die Kolleginnen und Kollegen auch impfen lassen. Leider ist die Impfstoffversorgung entgegen der politischen Zusagen extrem unsicher und kaum planbar. Das lässt den Impfturbo stocken. Das ist für die engagierten Kolleginnen und Kollegen enttäuschend: Sie wollen impfen, sie stehen bereit – aber können nicht so, wie sie wollen, weil es noch immer zu wenig Impfstoffe gibt.“

Gassen, Hofmeister und ihr dritter Vorstandskollege Dr. Thomas Kriedel sprachen gemeinsam mit allen Vorständen der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) den niedergelassenen Haus- und Fachärzt:innenen und allen Medizinischen Fachangestellten (MFA) Dank und Anerkennung aus. Um den großen Einsatz der niedergelassenen Kolleg:innen deutlich zu machen, startet die KBV ab 31. Mai eine Kampagne: Auf Plakaten und in Anzeigen legen Hausärzte, Fachärzte und Patienten ein sichtbares Zeugnis ab mit der Botschaft „Eine Dosis Vertrauen. Eine Dosis Impfstoff. Eine Dosis Freiheit.“

Gleichzeitig appellierten sie an die Bürgerinnen und Bürger, nicht die Praxen zu stürmen, sondern Geduld zu haben. „Die Hausärzte und Fachärzte wollen impfen – und zwar so viele wie möglich. Doch noch fehlen Impfstoffe! Das ist für die Kolleginnen und Kollegen frustrierend. Noch schlimmer ist es für sie, wenn Patienten ihren Ärger vor allem am Praxispersonal auslassen. Das geht nicht! Dieser Ärger trifft die Falschen, die die Situation nicht zu verantworten haben. Verantwortlich sind die politischen Entscheider auf Bundes- und Landesebene“, so Gassen.

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