Linz: Chroniker wollen keine Hotline

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Berlin - Nach dem Verbot der Rx-Boni müssen Versandapotheken ihr Geschäftsmodell anpassen. Eine Möglichkeit, auch künftig an Rezepte zu kommen, sind Chronikerprogramme. Vor-Ort-Apotheken, die sich ebenfalls spezialisiert haben, sehen diese Ausrichtung kritisch. „Versandapotheken sind keine Lösung für Chroniker“, sagt Magdalene Linz, die die Interessen von HIV-Schwerpunktapotheken vertritt.

Linz engagiert sich seit mehr als vier Jahren im Vorstand der Deutschen Arbeitsgemeinschaft HIV-kompetenter Apotheken (DAHKA). Es sei falsch zu glauben, dass Chroniker weniger Beratung bräuchten, da sich an ihrer Medikation nichts ändere. Gerade bei chronischen Erkrankungen könne es zu Veränderungen des Zustandes kommen, so Linz, die auch Kammerpräsidentin von Niedersachsen ist.

Die Apotheke von Linz in Hannover war bereits auf die Infektionskrankheit spezialisiert, als sie sie übernommen hat; im gleichen Haus gibt es eine Schwerpunktpraxis für HIV-Infizierte. „Etwa 80 Prozent der Patienten kommen von dort zu uns“, sagt Linz. „Gerade chronisch Kranke legen Wert auf den persönlichen Kontakt und die Kontinuität in der Apotheke vor Ort – sie wollen keine Hotline.“ Die Patienten kämen in die Apotheken, da sie die Empathie und das Fachwissen der Mitarbeiter schätzten.

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