Impfen in der Apotheke

Kinderärzte: Impfen ist Arztsache APOTHEKE ADHOC, 15.06.2018 16:43 Uhr

Berlin - Klares Nein zum Impfen in der Apotheke: Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BFKJ) schießt gegen die Forderung des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH). Das Impfen müsse ärztliche Aufgabe bleiben.

Für BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach ist klar: „Impfen muss ärztliche Aufgabe bleiben.“ Denn nur Kinder- und Jugendärzte könnten diese Aufgabe sicher und zuverlässig erfüllen. Nicht zuletzt weil die Mediziner die Kinder von Geburt an kennen und über viele Jahren betreuen und genau um den Impfstatus wüssten. „Wir wissen auch, wen wir wegen bestimmter Grunderkrankungen nicht impfen dürfen.“

Fischbach wehrt sich gegen das vom BAH beauftragte Forschungsprojekt zum Rx-to-OTC-Switch am Beispiel der Grippeschutzimpfung. Dieses brachte im internationalen Vergleich die durchschnittliche Zahl an Arbeitsstunden pro Woche ans Licht und zeigte, dass Mediziner überdurchschnittlich viel arbeiten. Impfen in der Apotheke könnte die Ärzte entlasten, so die Studie. Fischbach hält dies für ein „fadenscheiniges Argument des BAH“. Es gebe in ganz Deutschland keine einzige Kinder- und Jugendpraxis, die wegen einer Überlastung nicht impfe.

In anderen Ländern impfen Apotheker bereits. Die gesundheitsökonomische Analyse von May + Bauer im Auftrag des BAH belegt steigende Impfraten. So konnte in vielen Ländern die Impfrate der saisonalen Grippeschutzimpfung um etwa 10 Prozent gesteigert werden. In der Schweiz gab es im vergangenen Jahr etwa 400 impfende Apotheken. Von denjenigen, die sich in der Apotheke impfen ließen, gaben 15 Prozent an, sich sonst nicht vor der Grippe zu schützen. Für Fischbach zieht aber auch dieses Argument nicht.

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