Inhaber kämpft gegen Vorurteile

„Kein Landapotheker wird eine Light-Filiale eröffnen“

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Berlin -

Ioannis Hatzianastassiou, stellvertretender Kreisvertrauensapotheker in Düsseldorf, suchte erneut das Gespräch mit politischen Entscheidungsträgern: „Im Rahmen eines Vortrages des CDU-Arbeitskreises Nordrhein-Westfalen konnten wir mit einem Vorstandsmitglied über die immer schlechter werdenden Bedingungen für die Apotheken vor Ort sprechen“, so der Inhaber. Für ihn ist klar: „Es sind dicke Bretter, die gebohrt werden müssen, denn in der Gesundheitsbranche ist das Vorurteil der gut verdienenden Apotheken noch viel zu präsent.“

Apotheker Hatzianastassiou und Dr. Andrea Malcher, Inhaberin der Regina Apotheke in Düsseldorf wurden zu einer Veranstaltung des gesundheitspolitischen Arbeitskreises (GPA) der NRW-CDU eingeladen. Dabei habe man die Gelegenheit gehabt, mit Vorstandsmitglied Edwin Bölke zu sprechen, so Hatzianastassiou. Der GPA beschäftigt sich mit allen Fragen rund um das Thema Gesundheit und ärztliche Versorgung.

Für den Pharmazeuten wurde bei der Veranstaltung abermals deutlich: „Außerhalb unser Apothekerschaft kennt kaum jemand unsere Probleme.“ Dies werde besonders bei Abrechnungsfragen deutlich: „Es existiert immer noch das Vorurteil, dass die Apotheken viel verdienen.“ Zur Verdeutlichung nennt er die Annahme, dass vor allem Hochpreiser ein lukratives Geschäft seien. „Die wenigsten wissen, dass diese teuren Arzneimittel ein enormes Risiko für Inhaber darstellen und man eben nicht 1000 Euro verdient, nur weil ein Medikament so viel kostet.“ Dass Inhaber:innen stets in Vorleistung gehen und Null-Retaxationen mit horrendem Verlust riskieren, sei vielen Mitgliedern aus anderen Gesundheitsbereichen gar nicht bekannt, so der Apotheker.

Mit solchen Falschannahmen müsse verstärkt aufgeräumt werden: „Es sind dicke Bretter, die gebohrt werden müssen, und deswegen müssen wir immer wieder das Gespräch suchen mit den politischen Entscheidungsträgern“, ist Hatzianastassiou überzeugt. „Zudem haben wir gegenüber Bölke deutlich gemacht, was die Idee der sogenannten Light-Apotheken für uns bedeutet. Vor allem in den ländlichen Regionen wird kein Inhaber eine solche Apotheke eröffnen. Zumal die Idee nicht völlig neu ist, denn Zweigapotheken gibt es ja bereits“, so der Apotheker.

Zudem sei auch das Skonto-Urteil ein weiterer Schlag ins Genick gewesen: „Für den Monat Mai haben wir zunächst noch so viel wie möglich zu den alten Konditionen bestellt, aber das ist natürlich nur ein sehr kurzfristiger Effekt. Wir müssen uns noch überlegen, welche Maßnahmen wir ergreifen können, um den Verlust irgendwie abzufedern“, so Hatzianastassiou. Momentan bleibe nur die Beobachtung der Situation: „Wir müssen schauen, was das im Endeffekt konkret für unser Geschäft bedeutet.“

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