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Kassenärzte: Knapp eine Milliarde mehr Honorar dpa, 19.09.2017 15:51 Uhr

Berlin - Die niedergelassenen Ärzte bekommen nach Angaben des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) im
nächsten Jahr insgesamt knapp eine Milliarde Euro mehr an Honoraren. Allerdings ist dieses Ergebnis sehr strittig. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) spricht davon, dass ein Großteil davon eher Empfehlungscharakter habe. Lediglich 410 Millionen Euro (Orientierungswert) seien bisher sicher vereinbart. Dies sei auch gegen den Willen der Kassenärzte geschehen, die diesen Wert zu niedrig erachteten, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte nach der abschließenden Runde mit dem GKV-Spitzenverband: „Die Verhandlungen sind insgesamt für uns nicht erfreulich gelaufen.“ Die GKV habe eine Nullrunde vorgeschlagen – „aus meiner Sicht ein völlig absurdes Vorgehen“, sagte Gassen. Er verwies auf die „hervorragende Kassenlage“ der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Kassenärzte und -Psychotherapeuten würden angesichts steigender Einkommen in anderen Branchen abgehängt, „so dass wir hier schon perspektivisch eine Versorgungsgefährdung sehen“. 

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, erklärte dagegen: „Das ist eine maßvolle Entscheidung, die sowohl den Honorarinteressen der niedergelassenen Ärzte als auch denen der Beitragszahler gerecht wird.“

Die Zahl der Praxen niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten liegt laut KBV heute bei 110.000, die Zahl der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bei rund 165.000. Nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes steigt der sogenannte Orientierungswert (preisliche Steigerung) im kommenden Jahr um insgesamt 410 Millionen Euro. Die an der Krankheitsentwicklung orientierte Gesamtvergütung nehme um 100 Millionen Euro zu.

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