Junge Union fordert Pharmazie-Fakultät

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Berlin -

Mehr Apotheker für Ostwestfalen-Lippe: Die Kreisversammlung der Jungen Union (JU) hat die Landesregierung aufgefordert, eine pharmazeutische Fakultät mit einem Lehrcampus in Lippe einzurichten. Dadurch soll die Region für junge Menschen attraktiv bleiben. Bisher können Schulabgänger in Westfalen-Lippe Pharmazie nur in Münster studieren. 

Die Altersstruktur in Ostwestfalen-Lippe sei im Wandel, sagte JU-Vorsitzender Christian Fritzemeier. „Die Zahl der Älteren nimmt zu. Und Ältere benötigen mehr Medikamente sowie mehr Beratung und Betreuung bei der Arzneimitteltherapie.“ Viele Apotheker in der Region stünden kurz vor dem Ruhestand. Gleichzeitig herrsche ein Fachkräftemangel in der Branche. „Deshalb müssen mehr Pharmazeuten ausgebildet werden.“

Fritzemeier will mit dem Pharmaziestudium auch eine junge Zielgruppe ansprechen: „Wir möchten anderen jungen Leuten hier in der Region vielfältige Möglichkeiten bieten, Perspektiven und ein breites Studienangebot – damit sie bleiben und nicht abwandern, wie junge Menschen in anderen Regionen.“ Pharmazie sei ein attraktives Studium, das den Absolventen sehr gute Zukunftsperspektiven, vielfältige Berufschancen und ein sinnvolles, wichtiges Aufgabenfeld eröffne. „Das ist vielen Menschen vielleicht gar nicht richtig bewusst. Apotheker und Pharmazeuten sind Hidden Champions.“

An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ist offiziell Platz für 75 Pharmaziestudenten. „Insgesamt gibt es einen großen Mangel an Studienplätzen“, sagt Professor Dr. Klaus Müller, der auch für die Studienberatung zuständig ist. In den vergangenen Jahren habe es in Münster mit bis zu 90 Studierenden eine deutliche Überbuchung gegeben. Bielefeld sei als weiterer Standort einmal angedacht gewesen. Die Pläne scheiterten, weil dort kein Medizinstudiengang etabliert werden sollte. In Nordrhein-Westfalen können Pharmaziestudenten noch in Bonn und Düsseldorf ihr Staatsexamen ablegen.

Dem Apothekerverband Westfalen-Lippen zufolge müssen dringend mehr Apothekerinnen und Apotheker für die Flächenversorgung auch abseits des bisher einzigen Studienstandorts Münster ausgebildet werden. „Dass sich nun ausgerechnet neben dem Apothekerverband Westfalen-Lippe auch die Nachwuchsorganisation der CDU für einen Studiengang einsetzt, hat uns im ersten Moment überrascht – freut uns aber sehr“, sagte Verbandschef Dr. Klaus Michels. Das zeige, dass junge Menschen sich des Werts einer guten, wohnortnahen und sicheren pharmazeutische Betreuung vor Ort bewusst sind. „Wir hoffen, dass die Junge Union mit ihrem Leitantrag die Landesregierung überzeugen kann.“

Ministerpräsident Armin Laschet sowie der Landrat und die Fraktionen im Kreistag seien um Unterstützung gebeten worden, so Fritzemeier. Der Kreisverband der Jungen Union habe keine Entscheidungskompetenz.

 

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