Nach 16 Jahren

Hausärzteverband: Weigeldt gibt Vorsitz ab

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Berlin -

Dispensierrecht für Ärzte statt Kompetenzerweiterungen für Apotheken: Unter den Ärztefunktionären war Ulrich Weigeldt mitunter der Mann für das Grobe, jetzt hat er sein Amt als Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands (DHÄV) abgegeben.

Beim Deutschen Hausärztetag in Berlin gab Weigeldt sein Amt als Bundesvorsitzender ab. 16 Jahre lang stand er an der Spitze des Hausärzteverbands, nachdem er 2008 nach einem beispiellosen Machtkampf und einem Misstrauensvotum gegen ihn als Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zurückgetreten war.

Neuer Bundesvorsitzender ist Dr. Markus Beier. Weigeldts bisheriger Stellvertreter erhielt 115 von 119 abgegebenen Stimmen. Seinen Posten als Vize wird künftig Professor Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth übernehmen. Zweiter Stellvertretender Bundesvorsitzender wird Dr. Ulf Zitterbart, Dr. Berthold Dietsche war nicht wieder angetreten. Neue Beisitzerin ist Dr. Barbara Römer. Alle vier sind Anfang 50, Gegenkandidatinnen und Gegenkandidaten gab es nicht. Da Weigeldt sein Amt ein Jahr vor Ende der regulären Legislatur bereitgestellt hat, finden 2023 die regulären Wahlen zum Bundesvorstand statt.

Künftig mehr Teamarbeit

Dr. Markus Beier bedankte sich im Namen des neu aufgestellten Bundesvorstands bei den Delegierten für das Vertrauen. „Wir freuen uns sehr auf die Aufgaben, die vor uns liegen. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, zukünftig den Verband noch stärker als Team zu führen. Den vielfältigen Herausforderungen werden wir geschlossen und in enger Zusammenarbeit mit den Landesverbänden entgegentreten.“

Neben der Bekämpfung der Corona-Pandemie werden in der kommenden Zeit unter anderem die Modernisierung und der Ausbau der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) sowie die Eindämmung investorenfinanzierter Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) im Zentrum stehen.

Der Bundesvorstand dankte Weigeldt für seine großen Verdienste um die hausärztliche Versorgung in Deutschland. Er habe den Verband engagiert, pragmatisch und mit einem klaren politischen Kompass geführt. „Die Hausärztinnen und Hausärzte in ganz Deutschland haben ihm sowie Berthold Dietsche viel zu verdanken, nicht zuletzt als Wegbereiter der Hausarztarztzentrierten Versorgung“, so Beier.

Weigeldt wurde unter großem Applaus verabschiedet und direkt zum Ehrenvorsitzenden ernannt. „Nach rund 20 Jahren im Bundesvorstand ist es an der Zeit, ein neues Kapitel aufzuschlagen – für den Deutschen Hausärzteverband und für mich persönlich. Meine vorzeitige Amtsübergabe hatte ich bereits vor mehreren Jahren angedacht, wollte in diesen herausfordernden Zeiten, die unseren Mitgliedern wie auch unserem Verband alles abverlangt haben, aber auf den richtigen Zeitpunkt warten. Nun ist es so weit, den Staffelstab weiterzugeben und den geplanten Generationenwechsel zu ermöglichen. Ich bin froh, dass ich einen hervorragend aufgestellten Verband übergeben kann“, so Weigeldt.

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