Bessere Rahmenbedingungen für Praxen

Gesundheitsministerin unterstützt Ärzte-Protest

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Kiel/Bad Segeberg -

Mit der bundesweiten Kampagne „Wir sind für Sie nah“ wollen die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) auf die Situation in den ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen im Land aufmerksam machen. Unterstützt wird die Kampagne in Schleswig-Holstein auch von Gesundheitsministerin Dr. Kerstin von der Decken (CDU).

„Ich werde mich dafür einsetzen, dass auch die Rahmenbedingungen im ambulanten Bereich verbessert werden, der für eine patientennahe und funktionierende Versorgung unverzichtbar ist. Stellschrauben sind die Entbudgetierung ärztlicher Leistungen, eine bessere Nutzung digitaler Lösungen und ein ernsthafter Bürokratieabbau“, verspricht von der Decken. Zwar sei man derzeit intensiv mit der Krankenhausreform und der Zukunft der stationären Versorgung befasst, das bedeute aber nicht, dass der ambulante Bereich eine untergeordnete Rolle spiele, so die Ministerin.

Richtungswechsel nötig

„Durch schwierige Rahmenbedingungen wie die überbordende Bürokratie, eine unzureichende Vergütung der ärztlichen und psychotherapeutischen Leistungen, Fachkräftemangel und technische Probleme bei der Digitalisierung ist diese Nähe in akuter Gefahr“, so Dr. Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KV. Es sei höchste Zeit für einen grundlegenden Richtungswechsel in der Gesundheitspolitik und für ein Bekenntnis der Bundespolitik zum Erhalt der ambulanten haus- und fachärztlichen Versorgung.

Eine aktuelle Umfrage zeige auch die Sorge der Patientinnen und Patienten. Demnach befürchtete die Hälfte der Befragten, dass ihre Arztpraxen in naher Zukunft schließen werden. Mehr als 60 Prozent stimmen der Einschätzung zu, dass sich Arztpraxen in Deutschland aktuell in einer Notlage befinden. „Diese Botschaft muss endlich auch in Berlin ankommen“, so Schliffke.

Anzeigen und Spots

Deutschlandweit sind im Rahmen der Kampagne Plakate sowie Print- und digitale Anzeigen zu sehen. Außerdem werden gleich zwei TV-Spots auf unterschiedlichen Kanälen sowie Anzeigen in den sozialen Netzwerken geschaltet, um eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen. Zu den Aktionen gehören auch sogenannte Lito-Bikes, die die Kampagnenbotschaften transportieren.

Laut von der Decken strebt Schleswig-Holstein gemeinsam mit den anderen Bundesländern außerdem eine sozialgesetzliche Änderung auf Bundesebene an, damit Ärztinnen und Ärzte im Notdienst von der Sozialversicherungspflicht ausgenommen blieben und zu den vorherigen Bedingungen außerhalb der regulären Sprechstundenzeiten tätig sein könnten.

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