eRezept in der Praxis

Digital trifft analog: Erstes eRezept auf Papier Alexandra Negt, 11.12.2019 14:47 Uhr

Berlin - Die Schaefer’s Apotheke Wertheim (Baden-Württemberg) erhielt Ende November das erste eRezept per Mail. Inhaber Dr. Benjamin Schaefer war an diesem Tag nicht in der Offizin und erhielt einen aufgeregten Anruf seines Teams: Die Bearbeitung warf anfangs Fragen auf – die dann folgende Abgabe des Präparates erforderte darüber hinaus eine Rücksprache mit dem Arzt, da das Apothekenpersonal Interaktionen ausfindig machen konnte. Am Ende musste das digitale Rezept ausgedruckt werden – der Kunde erhielt zur Vorlage bei seiner privaten Krankenversicherung ein DIN A4 Blatt.

Vorweg möchte Schaefer betonen, wie wichtig die Rolle der Vor-Ort-Apotheke ist und auch in Zeiten des eRezeptes weiterhin sein wird. „Da es sich bei dem Patienten um einen Stammkunden handelte, konnten wir sofort eine Wechselwirkung mit seiner bestehenden Medikation ausmachen und direkt abklären. Das ist einer der großen Vorteile, wenn man bei uns eine Kundenkarte hat,“ erzählt Schaefer. Es wurde Rücksprache mit dem Arzt gehalten – so konnte das Arzneimittel nach erfolgter Dosisreduktion an den Kunden ausgeliefert werden.

Die Schaefer’s Apotheke nimmt am TeleClinic-Programm teil. Dieses Projekt berücksichtigt nur Privatrezepte. Eine digitale Patientenakte, die über Dauermedikation informiert, ist bei diesem Modelprojekt nicht mit angebunden. Als das erste eRezept per E-Mail in der Apotheke ankam, informierte der diensthabende Apotheker sofort den Inhaber. „Nachdem klar war, dass es sich um eine echte Verordnung handelt, war das weitere Vorgehen unproblematisch. Man loggt sich in ein geschütztes Online-Portal ein und kann dort das eRezept abrufen. “ so Schaefer. Da es sich um eine PKV-Verordnung handelt, musste die Apotheke einen Ausdruck anfertigen, der der Lieferung zur Abrechnung beigelegt wurde.

„Ganz digital war die Sache dann am Ende eben doch nicht“, so Schaefer. Der Ausdruck des eRezeptes brachte ein mittig auf einer DIN A4 Seite platziertes gewöhnliches PKV-Rezept hervor. Der Weg vom Arzt zur Apotheke ist im Modelprojekt abgebildet, der Weg von der Apotheke zur jeweiligen Versicherung muss wie gewohnt stattfinden. Der diensthabende Apotheker stempelte das Rezept, unterschrieb es und legte es der Lieferung bei. Je nach Versicherung ist es möglich, dass Rezept abzufotografieren und per App einzureichen. „Bei einigen privaten Krankenversicherungen scheint das nach Aussagen der Kunden gut zu funktionieren, die Erstattung des gezahlten Betrages erfolgt schnell.“

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