Beitrag über Apothekensterben

„Der letzte Kittel“ in den Tagesthemen

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Berlin -

Etwas enttäuscht waren die Verantwortlichen der Protestaktion „Der letzte Kittel“ gestern von der Medienpräsenz bei der Pressekonferenz und der anschließenden Kundgebung. Das Medienecho war trotzdem spürbar. Sogar in den ARD-Tagesthemen fand die Kittelübergabe an das Bundesgesundheitsministerium (BMG) Erwähnung, gefolgt von einem längeren Beitrag über die Probleme der ländlichen Versorgung.

„Apotheken sind für viele Menschen nicht nur Orte, um schnell wichtige Medikamente zu bekommen, sondern oft auch Orte der Kommunikation, der persönlichen Ratschläge für mehr Gesundheit“, sagte Moderator Ingo Zamperoni gestern Abend in den Tagesthemen. „Doch die Zahl der Apotheken sinkt, im vergangenen Jahr machten 393 dicht. Das Problem sind nicht sinkende Einnahmen, viel mehr findet sich oft kein Nachfolger.“ Der bürokratische Aufwand schrecke viele ab, zitiert er den Apothekerverband.

Dann kommt er auf die Kundgebung der Freien Apothekerschaft und IG Med zu sprechen: „Aus Protest gaben heute zahlreiche Apotheker ihren 'letzten Kittel' im Bundesgesundheitsministerium ab.“ Mit einem eigenen Kamerateam war die ARD zwar nicht vor Ort, so dass es keine Bilder von der Protestaktion in den Tagesthemen gibt. Doch immerhin hat die Aktion die Redaktion dazu angeregt, einen Beitrag über das Apothekensterben auszustrahlen.

Im anschließenden fünfminütigen Beitrag geht es um das Schicksal des Dorfes Boitzenburg in Brandenburg, die einzige Apotheke schloss im vergangenen Sommer. Die nächste Apotheke ist im 20 km entfernten Prenzlau, diese hat für die Patient:innenversorgung ihren Botendienst ausgebaut.

Für den Bürgermeister ist das „keine Dauerlösung“, aber um wieder eine Apotheke in Boitzenburg ansiedeln zu können, müssten „die Apothekerkammern von ihren strengen Vorgaben abrücken und flexibler werden.“ Die Anforderungen an die Apothekenausstattung und Öffnungszeiten seien auf dem Land so nicht umzusetzen. Stattdessen werden hier an Patientenbeispielen die wachsende Bedeutung des Botendienstes, aber auch eine Rezeptsammelstelle in einem Edeka als Lösungen aus der Praxis präsentiert.

„Sie sind nicht hilflos ohne Apotheke, aber was fehlt, ist der Glaube, dass Apothekerkammern und Politik die Versorgung in ländlichen Regionen wirklich interessiert“, lautet das Fazit von Jacqueline Piwon in ihrem Beitrag.

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