Debatte in Thüringen

CDU: Maximal 20 Minuten bis zur Apotheke

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Berlin -

Während Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Versorgung auf dem Land mit Pseudo-Apotheken sichern will, fordert die CDU in Thüringen gezielte Maßnahmen, um das Apothekensterben zu stoppen. Christoph Zippel (CDU) plädiert für eine 20-Minuten-Versorgung im Bundesland.

„Garantiert gut versorgt in ganz Thüringen – Medikamentenversorgung sichern, Apothekensterben stoppen“, lautet der Titel der aktuellen Stunde im Thüringer Landtag. Alleine in den vergangenen 15 Monaten habe Thüringen 16 Apotheken verloren, heißt es im Antrag der CDU aus dem Januar. Zwischen 2011 und dem ersten Halbjahr 2023 sank die Apothekenzahl sogar um 13 Prozent, erklärt Zippel. Jeder fünfte Inhaber habe seine Selbstständigkeit in diesem Zeitraum aufgegeben, vor allem im ländlichen Raum.

„Wir glauben, dass der Thüringenstandard im Gesundheitsbereich ein 20-Minuten-Land sein sollte“, so Zippel weiter. Demnach sollen Thüringerinnen und Thüringer maximal 20 Minuten zum Haus-, Fach- oder Kinderarzt oder eben zur Apotheke von zu Hause aus benötigen. „Die Landesregierung muss jetzt handeln, um die pharmazeutische Versorgung im Land sicherzustellen; personell, finanziell und mit ausreichend Arzneimitteln.“

Landesregierung muss handeln

Insbesondere forderte Zippel mehr Studienplätze für Pharmazie in Jena, eine Einführung der Landapothekerquote, den Wegfall des Kassenabschlags und eine Sicherungspauschale für kleine Apotheken auf dem Land, „ohne die das 20-Minuten-Versprechen nicht einzuhalten wäre“. Der ländliche Raum sei vom Apothekensterben besonders betroffen.

Darüber hinaus warb er für die Zustimmung des Entschließungsantrag zur Arzneimittelsicherung im Bundesrat, der von Bayern und Baden-Württemberg vorgebracht wurde. Sachverstand und Eigenverantwortlichkeit der Apothekerinnen und Apotheker könne gestärkt werden, indem der Austausch von Arzneimitteln ausgebaut werde. „Ich bitte die Landesregierung daher um die Zustimmung im Bundesrat und um die Umsetzung aller vorgeschlagenen Maßnahmen.“ Sollte dies nicht geschehen, werde es die CDU in der nächsten Legislaturperiode eben selbst machen, schloß Zippel.

Bund ist am Zug

Vertretende der Grünen, SPD und Linken unterstrichen die Argumente Zippels. Ralf Plötner (Linke) betonte die Anhebung des Honorars und das Thema Entbürokratisierung. Konkret könne beispielsweise auf eine Securpharm-Abfrage bei jedem Rx-Präparat verzichtet werden, da es in den letzten vier Jahren gerade einmal drei Meldungen gab – die sich letztlich als falsch herausstellten.

FDP und AfD hingegen zeigten sich kritisch. Robert-Martin Montag (FDP) wies darauf hin, dass es sich bei den angesprochenen Problemen um nichts Neues handele. Darüber hinaus hätten Apotheken durch den Wegfall der Präqualifizierung und der Null-Retax bereits Zugeständnisse erfahren.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) betonte, dass die aktuellen Reformpläne Lauterbachs den Apotheken Angst mache. Darüber hinaus forderte sie höhere Honorare für Apotheker und entsprechende Regelungen vom Bund; immerhin liege die letzte Honoraranpassung mehr als zehn Jahre zurück. Diese durchzusetzen sei Aufgabe des Bundesgesundheitsministers, betonte Werner. Lösungen zu den angebrachten Problemstellungen seien deshalb überwiegend auf Bundesebene zu suchen. Den 20-Minuten-Plan der CDU schätzte sie als „spannendes Versprechen“ ein. Um dieses halten zu können, müsse es wiederum Veränderung auf Bundesebene geben.

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