Honoraranpassung und Planungssicherheit

CDU-Besuch: Protest zur Sensibilisierung sinnvoll

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Berlin -

Apotheker Dr. Gregor Lohmann hatte Besuch in seiner Sommerburg-Apotheke in Essen: Der Landtagsabgeordnete Fabian Schrumpf (CDU) tauschte sich rund eineinhalb Stunden mit dem Inhaber über die Probleme der Branche aus. Im Fokus standen vor allem die wirtschaftlichen Herausforderungen.

„Es war ein sehr konstruktives Gespräch“, berichtet Lohmann nach dem Besuch. Der Abgeordnete habe großes Interesse an der Rolle der Apotheke gezeigt. Hauptthemen im Austausch seien das Honorar sowie die Wichtigkeit der Notdienstversorgung und der allgemeinen Gesundheitsversorgung gewesen, berichtet der Apotheker. Auch die geplanten Proteste am 23. März wurden angesprochen.

Schrumpf habe erklärt, dass er Sinn in den Protestaktionen sehe. Es sei wichtig, die Bevölkerung dafür zu sensibilisieren, dass es über so viele Jahre keine Anpassung gegeben habe. Auch ihm sei das in dieser Deutlichkeit nicht klar gewesen, berichtet der Inhaber. „Wir brauchen eine ordentliche Vergütung, um für die Patienten vor Ort sein zu können“, berichtet er. Ordentliche Löhne seien außerdem nötig, um die Mitarbeiter endlich besser bezahlen zu können, erklärte der Apotheker.

Auch den Versandhandel streifte das Gespräch: Der CDU-Politiker sei irritiert gewesen, wie Versender teils Rabatte von 10 Euro versprechen könnten bei einem festen Vergütungsbetrag von derzeit 8,35 Euro.

„Das Kerngeschäft, mit dem ich meine Rechnungen und Miete bezahle, ist das Rx-Geschäft“, erklärt er. Das OTC-Geschäft sei ein Zusatz. „Ich werde keine Apotheke ohne ein auskömmliches Rx-Geschäft aufrechterhalten können“, betonte er. Die Apotheken bräuchten ein auskömmlich vergütetes Kerngeschäft und Planungssicherheit. Der Apotheker hat nach dem Gespräch den Eindruck, dass dies beim Politiker verstanden wurde: „Ich glaube, das ist schon angekommen“, erklärt er.

Apothekenschließungen

Außerdem sprach Lohmann die anhaltende Schließungswelle an. Diese seien nicht nur ein Problem in ländlichen Regionen; auch in einigen Stadtteilen Essens würden die Wege für Patientinnen und Patienten weiter, insbesondere auch im Nacht- und Notdienst. Während der Essener Süden nach wie vor gut versorgt sei, sehe es im Essener Norden schlechter aus: Dort sinke die Ärztedichte, Fachärzte wanderten ab und es gebe auch weniger Apotheken.

Schrumpf habe zwar auch erklärt, dass er als Landespolitiker nur begrenzt Einfluss habe, er stehe aber natürlich mit seinen Kollegen auf Bundesebene in Kontakt und werde die Punkte mitnehmen.

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