Neue Abda-Hauptgeschäftsführerin

„Apothekenreform bedroht die Apotheken vor Ort“

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Berlin -

Die neue Abda-Hauptgeschäftsführerin Franziska Erdle schlägt kämpferische Töne an: „Die Apothekenreform bedroht die Apotheken vor Ort und damit die Versorgung der Patientinnen und Patienten“, so die Juristin, die zum Jahreswechsel die Nachfolge von Dr. Sebastian Schmitz angetreten hat.

„Ich übernehme das Ruder in stürmischen Zeiten“, sagt Erdle und verspricht: „Ich werde alles dafür tun, unsere berechtigten Forderungen zur Stabilisierung der Apotheken durchzusetzen.“ Als erste Aufgabe sieht sie umfassende Nachbesserungen bei der geplanten Apothekenreform: „Das vorliegende Apothekenreformgesetz muss zu einem echten Apothekenstärkungsgesetz werden! Dafür suchen wir in den kommenden Monaten aktiv den Dialog mit Bundestagsabgeordneten.“

Damit schlägt Erdle deutlich offensivere Töne an als ihr Vorgänger, der die politische Kommunikation weitgehend dem Ehrenamt überlassen hatte. Die 53-Jährige hatte Schmitz abgelöst, der zum Jahresende in den Ruhestand gegangen war. Sie kommt aus einem einjährigen Sabbatical; bis September 2024 war sie als Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Metalle (WVM) für die strategische und organisatorische Weiterentwicklung verantwortlich und vertrat die Interessen der Branche auf Bundes- und EU-Ebene. Von 2010 bis 2011 hatte sie die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Recht beim Deutschen Atomforum verantwortet; davor hatte sie sechs Jahre lang für den Verband der Chemischen Industrie (VCI) gearbeitet. Davor war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin der CDU-Bundestagsabgeordneten Marie-Luise Dött und Sybille Pfeiffer.

Als Chefin im Deutschen Apothekerhaus will Erdle weitere Akzente setzen: So will sie die interne Kommunikation optimieren und die Potenziale der Künstlichen Intelligenz nutzen, um die Dachorganisation der Kammern und Verbände zukunftsfähig aufzustellen. Unterstützt wird sie von Claudia Korf, die seit Januar Stellvertretende Hauptgeschäftsführerin ist.

Mit dem Amtsantritt von Erdle wird auch die interne Struktur der Abda neu organisiert. Künftig gibt es innerhalb der Geschäftsstelle insgesamt 14 Bereiche, anstelle der bisherigen Geschäftsbereiche mit Abteilungen und den Stabsstellen der Hauptgeschäftsführung. „Durch die neue, flachere Struktur heben wir Synergien und werden noch schlagkräftiger als bisher“, so Erdle. Zur Jahresmitte werde die Umstrukturierung abgeschlossen sein.

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