Wundversorgung

AOK-Ausschreibung geplatzt Lothar Klein, 17.10.2017 13:33 Uhr

Berlin - Zum zweiten Mal ist die AOK Rheinland/Hamburg mit dem Versuch gescheitert, per Ausschreibung für Verbandmittel ihre Ausgaben bei der Wundversorgung zu drücken. Damit bleiben bis auf Weiteres auch die Preise für die Wundversorgung durch die Apotheken unangetastet. Diese sind aus Sicht der AOK Rheinland/Hamburg allerdings vor allem im Bezirk Nordrhein deutlich zu hoch. Die Kasse denkt jetzt über neue Wege nach. Sie will auch mit den Apothekerverbänden wieder über niedrigere Preise sprechen.

Ende Juli hatte die AOK Rheinland/Hamburg eine neue Ausschreibung für Verbandmittel gestartet. Circa 30 Millionen Euro zahlt die Kasse jährlich für die Wundversorgung ihrer Patienten. Besonders teuer ist für die AOK die Versorgung durch die Apotheken in Nordrhein. Der regionale Arzneimittelliefervertrag sieht dort nach Angaben der Kasse einen Zuschlag auf den Einkaufpreis der Lauer-Taxe von 18 Prozent vor. Das sei bundesweit der höchste Preis. In anderen Bezirken betrügen die Zuschläge zwischen 3 Prozent oder 12 Prozent. Apotheken versorgen etwa ein Drittel der Wundpatienten der Kasse.

Allerdings orientieren sich an den Apothekenpreisen auch Sanitätshäuser und andere Anbieter, weil es bislang keine vertraglichen Vereinbarungen gibt. In der Regeln reichen diese Anbieter bei der Kassen Kostenvoranschläge ein. Mit der Ausschreibung wollte die AOK Rheinland/Hamburg die Preise für zwei Drittel des Marktes senken. Die Apotheken sollten ihre Konditionen behalten, weil die AOK Rheinland/Hamburg die geltenden Arzneimittellieferverträge nicht antasten wollte.

Gegen die Ausschreibung hatten aber mehrere Anbieter die zuständige Vergabekammer angerufen. Nach Prüfung der Ausschreibung äußerte die Vergabekammer Bedenken. Laut Kasse gründeten die Bedenken nur auf „Details der Kalkulationsgrundlage“. Auf einen juristischen Streit wollte sich die Kasse nicht einlassen und zog die Ausschreibung jetzt zurück. Bereits im Jahr 2016 hatte die AOK eine Open-House-Ausschreibung zur Wundversorgung wieder einkassiert.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte