Was steckt hinter der neuen Zombie-Droge? | APOTHEKE ADHOC
Bewusstlosigkeit und Nekrosen durch Xylazin

Was steckt hinter der neuen Zombie-Droge?

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Berlin -

Die USA kämpft immer noch gegen den verheerenden Missbrauch des Analgetikums Fentanyl, es zeichnet sich jedoch schon wieder ein neuer, trauriger Trend ab. Die sogenannte „Zombie-Droge“ Xylazin sorgt derzeit für Aufsehen in den Staaten. Was hat es mit dem aus der Tiermedizin bekannten Wirkstoff auf sich?

Eingesetzt wird der Arzneistoff als Sedativum und Analgetikum in der Veterinärmedizin und wirkt entspannend auf die Skelettmuskulatur. Eingeordnet wird die Substanz in die Klasse der Thiazunamine und ähnelt in ihren chemischen Eigenschaften sowie pharmakologischen Wirkungen dem bekannten Clonidin (Blutdrucksenker). Medizinisch angewandt, wird Xylazin häufig mit Ketamin und Guaifenesin kombiniert. Diese Mischung dient bei Operationen als Injektionsnarkose.

Angsthemmend und sedierend

Da die Substanz eine ausgeprägte Sedierung und hypnotische Zustände auslöst, gleichermaßen aber auch angsthämmend wirkt, wird schon seit Jahren Missbrauch in der Drogenszene betrieben. Xylazin ist seit dem Jahr 2005 in Puerto Rico (USA) als Straßendroge verbreitet. Verheerend sind die Nebenwirkungen, mit welchen die Droge in den Staaten momentan vermehrt auf sich aufmerksam macht:

  • Nach Injektion kann es zu Gewebsschädigungen kommen.
  • Unbehandelt fangen die Wunden an zu nässen, entzünden sich und können schlimmstenfalls zu Nekrosen und folglich Amputationen führen.
  • Durch die Blackouts in der Sedierungsphase sind Betroffene ungeschützt vor Raubüberfällen.
  • Xylazin soll ein hohes Abhängigkeitspotenzial besitzen, was wiederum die Beschaffungskriminalität anfeuert.

Tranq als billige Beimischung

Der US-Bundestaat Michigan ist laut lokalen Medien am schlimmsten von der neuen Droge betroffen. Bereits mehr als die Hälfte aller tödlichen Überdosierungen sollen auf die umgangssprachlich Tranq genannte Droge zurückzuführen sein. Ähnliche Fallzahlen meldet auch Detroit: Zwischen 2020 und 2021 hat sich die Zahl der Tranq-Toten fast verdoppelt. Expert:innen führen den Anstieg im Xylazin-Konsum auf eine geringere Verfügbarkeit von Fentanyl zurück. Zudem sei der Preis etwa um die Hälfte billiger, Drogendealer sollen teurere Opioide wie Fentanyl mit Xylazin strecken, wie die New York Times kürzlich berichtete.

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