Tabakerhitzer: Weniger Schadstoffe, trotzdem gefährlich

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Berlin - Rauchen ist die häufigste vermeidbare Todesursache in Industrieländern, die Risiken sind lange bekannt. Einen Risiko-reduzierten Konsum verspricht der Tabakerhitzer „Iqos“ von Philip Morris. Bislang waren nur Daten über Hersteller-finanzierten Studien zugänglich. Nun bestätigt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), dass der Vaporizer deutlich schadstoffreduziert ist. Ein Freischein zum Tabakkonsum sind die Studienergebnisse allerdings nicht.

Iqos besteht aus echtem Tabak, der auf bis zu etwa 350 Grad erhitzt und nicht wie bei einer Zigarette verbrannt wird. Die Datenlage zu diesen neuen Tabak-Systemen ist dünn, gesundheitliche Risiken sind daher schwer einzuschätzen. „Die Vielzahl neuartiger Produkte auf dem Tabak- und Nikotinmarkt stellt die Risikobewertung vor völlig neue Herausforderungen“, sagte BfR-Vizepräsident Professor Dr. Reiner Wittkowski bei einem Expertentreffen mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Thema Tabak und Sucht.

Die Wissenschaftler verglichen mit Hilfe einer Rauchmaschine, wie viele toxische Stoffe beim Betrieb eines Tabakerhitzer-Systems im Vergleich zu einer konventionellen Zigarette entstehen. Sie stellten fest, dass sich bei der Verwendung von Iqos deutlich weniger Aldehyde (um 80 bis 95 Prozent verringert) und flüchtige organische Verbindungen (um 97 bis 99 Prozent vermindert) bildeten. Der Nikotingehalt war dagegen vergleichbar mit dem einer herkömmlichen Zigarette.

Die im Fachjournal „Archives of Toxicology“ veröffentlichte Studie zeigt nun, dass Tabakerhitzer weniger Schadstoffe erzeugen als herkömmliche Tabakprodukte. Wittkowski zufolge sind gesundheitliche Beeinträchtigungen trotzdem möglich. Die Forscher fordern weitere Studien, um die Gesundheitsrisiken und Langzeiteffekte besser beurteilen zu können.

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