Substitutionstherapie stirbt aus

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Pflegeheime und Apotheken sollen helfen

Viele Patienten seien aufgrund ihres körperlichen Zustandes bereits in einem relativ jungen Alter in Pflegeeinrichtungen untergebracht, erläutert ein Sprecher der Deutschen Aidshilfe. Seit der neuen Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMVV) von 2018 dürfen die Betreiber von Pflegeheimen, Suchtkliniken und Drogenhilfevereinen nach vorheriger Fortbildung und Vertragsschließung die Vergabe der Substitutionsmittel vom Personal durchführen lassen. Diese Möglichkeit werde jedoch bisher kaum bis gar nicht genutzt. „Bisher findet die Versorgung meistens noch immer durch den behandelnden Arzt statt“, erläutert er. Die meisten würden vom sogenannten „Delegationsrecht“ keinen Gebrauch machen – obwohl es die Versorgung grade zu Coronazeiten wesentlich verbessern und erleichtern könnte.

Für den Arzt bedeute die Substitution von Patienten extrem viel Zusatzaufwand: Neben dem „normalen“ Praxisalltag muss der Weg zu den Heimen zurückgelegt und die Vergabe durchgeführt werden – oft finde dies daher nach den Sprechzeiten statt. Die rund 2500 spezialisierten Ärzte hätten zudem extrem große Patientenkohorten von 200-400 Patienten zu betreuen. Die Versorgung von Heimpatienten durch das Personal könne damit eine Entlastung darstellen. Die Vergabe durch Drogenhilfevereine stelle zudem für Nicht-Heimbewohner die Möglichkeit einer wohnortnahen Versorung dar – welche im Zuge der derzeitigen Situation ebenfalls sinnvoll wäre.

Im Bereich der Apotheken würde die Vergabe zwar bereits stattfinden, allerdings werde die Möglichkeit nicht in dem Maße genutzt, wie sie eigentlich könnte. Politik und Kostenträger müssten nun die Bedin­gungen schaffen, dass flächendeckend ausreichend Substitutionsplätze zur Verfügung gestellt werden können – denn bei einer Standardtherapie dürfe es keine Versorgungslücken geben, erläutert die Deutsche Aidshilfe.

 

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