Sterbehilfe

Medikamente für den Tod Katharina Lübke, 13.11.2014 18:01 Uhr

Berlin - Rund 4800 Menschen haben sich 2013 in den Niederlanden von Ärzten beim Suizid helfen lassen, in Belgien waren es 1807. Sowohl passive als auch aktive Sterbehilfe ist in den beiden Ländern erlaubt. Wie verbreitet Sterbehilfe in Deutschland ist, lässt sich nur schätzen: Von rund 150 Fällen pro Jahr ist die Rede. Strafbar machen sich die Ärzte nicht, denn passive Sterbehilfe ist nicht explizit verboten. Verschrieben werden handelsübliche Medikamente.

Eine valide Zahl der begleiteten Suizidfälle in Deutschland ist nicht herauszufinden: „Es ist schwer zu schätzen, es gibt ja keine Erhebungen, keine Meldepflichten“, so eine Sprecherin der Zentralstelle Patientenverfügung des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD). „In den seltenen Fällen, in denen wir mit Hausärzten von schwerkranken Suizidwiligen Kontakt haben, sind wir zur äußersten Verschwiegenheit verpflichtet.“ In der Regel laufe der Vorgang im Geheimen ab. Allein im Umfeld des Vereins „SterbehilfeDeutschland“ hätten Ärzte zuletzt rund 40 Mal tödliche Kombinationen von Medikamenten verschrieben.

Peter Puppe bestätigt die Zahlen. Er ist einer von fünf namentlich bekannten Sterbehelfern in Deutschland. Insgesamt gebe es 12 bis 14 Personen, die Sterbehilfe leisteten, so Puppe. Teilweise seien dies Mediziner, teilweise Nichtmediziner, die nur im engstem Umfeld agierten.

Gerade hat Puppe sein neues Buch veröffentlicht: „Sterbehilfe 4 plus 1“ – eine Anspielung auf die fünf Methoden zum Suizid: 1. Medikamente, 2. der Verzicht auf Medikamente (mit Ausnahme von Schmerzmitteln), 3. der Verzicht auf Essen und Trinken und 4. die Inanspruchnahme der Sterbebegleitung durch Organisationen in der Schweiz – 611 Ausländer, die Hälfte davon Deutsche, nutzten zwischen 2008 und 2012 diese Möglichkeit. „Plus 1“ stehe für eine neue Methode, über die Puppe aber öffentlich nicht sprechen wi

APOTHEKE ADHOC Debatte