Impfung

Spritze gegen Nikotinsucht dpa/APOTHEKE ADHOC, 17.10.2007 11:49 Uhr

Berlin -

Forscher in den USA, Großbritannien und der Schweiz arbeiten zurzeit fieberhaft an Impfstoffen gegen das Rauchen und andere Süchte. In spätestens drei Jahren soll das erste Produkt auf dem Markt sein, schätzt das staatliche Institut gegen Drogenmissbrauch in den USA. Das Serum gegen Rauchen wird bereits in Großstudien an Menschen getestet. Für die Pharmaindustrie könnte sich ein Milliardenmarkt auftun. Kritiker halten entgegen, eine Abhängigkeit sei weit mehr als nur ein körperliches Phänomen.

Allein in Deutschland sterben nach dem aktuellen Drogen- und Suchtbericht jährlich 140.000 Menschen an den Folgen des Rauchens, 33 Prozent der Bevölkerung gelten als nikotinabhängig. Hinzu kommen bis zu 300.000 Menschen, die illegale Drogen konsumieren. Auch gegen Kokain und Heroin soll es künftig Impfungen geben. Gegen die Volksdroge Alkohol, die allein in Deutschland geschätzte 10 Millionen Menschen in riskanter Weise konsumieren, ist hingegen bisher keine Impfung in Sicht.

Der Durchbruch beim Rauchen gelang den Forschern mit einer ungewöhnlichen Paarung: Sie verbanden das Nikotinmolekül mit dem Eiweiß eines Krankheitserregers zum Beispiel aus dem Cholerabakterium. Damit waren die Testpersonen nach der Impfung mit dem neuen Partnermolekül nicht nur gegen Cholera immun, sondern ihr Körper blockierte auch die Wirkung des Nikotins. Bei einem Ausstieg hilft die Impfung dann, das köperliche Verlangen nach einer Zigarette zu unterbinden. Nach aktuellem Stand muss die Impfung alle drei Monate aufgefrischt werden. Die Forscher denken zudem über einen präventiven Einsatz bei Jugendlichen nach.

Suchtexperten warnen jedoch vor überzogenen Hoffnungen. Bei Süchten spiele die Psyche eine mindestens genauso große Rolle wie der Körper. Selbst wenn die Spritze kurzfristig gegen eine Drogensucht helfe, könnten Betroffenen in eine andere Abhängigkeit wie Magersucht abgleiten. Wissenschaftliche Erkenntnisse stützen diese Einwände: Mediziner haben herausgefunden, dass bei jeder Art von Sucht ähnliche Prozesse im zentralen Nervensystem ablaufen - egal ob der Patient von Heroin oder von Computerspielen abhängig ist.

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