Virologie

Neues Speziallabor nimmt Arbeit auf dpa, 25.07.2018 14:34 Uhr

Berlin - In wenigen Tagen kommt das gefürchtete Ebola-Virus nach Berlin-Wedding. Sorgen müssen sich die Bewohner allerdings nicht: Eine Spezialfirma soll die Krankheitserreger aus Hamburg in einem sicheren Transporter ins neue Hochsicherheitslabor des Robert Koch-Instituts (RKI) bringen. Es ist der Moment, auf den Laborleiter Dr. Andreas Kurth und sein Team jahrelang hingearbeitet haben: Nach der Ankunft der gefährlichen Viren kann die eigentliche Arbeit des Labors losgehen. Bislang lief nur der Testbetrieb.

Der Virologe Kurth und Kollegen wollen dann unter anderem erforschen, ob Fledermäuse Überträger der Ebola-Viren sein könnten. „Über die Übertragungswege der Viren ist kaum etwas bekannt“, sagt Kurth. An Ebola starben erst vor wenigen Jahren rund 11.000 Menschen. Die Diagnose hochpathogener Viren, ihre Erforschung und irgendwann auch ihre Therapie – etwa durch Erkenntnisse, die bei der Impfstoffentwicklung helfen –, das will Kurth in Berlin vorantreiben.

Das Labor hat die höchste Sicherheitsstufe (S4). Neben dem Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg, von wo auch die Ebola-Viren kommen werden, und einem Labor in Marburg ist es das dritte dieser Art in Deutschland. Nur in solchen Einrichtungen können lebensbedrohliche und hochansteckende Erreger erforscht werden. Dazu gehören etwa Marburg-, Lassa-, Nipah- oder Krim-Kongo-Fieber-Viren. Aber auch neue und unbekannte Erreger, wie das im Jahr 2003 aufgetretene SARS-Virus, können hier bearbeitet werden.

RKI-Präsident Lothar H. Wieler geht davon aus, dass künftig weitere neue Viren hinzukommen. „Durch die Globalisierung steigt die Chance, dass infizierte Menschen auch nach Deutschland einreisen.“ Der Bundesregierung sei es wichtig, auch im Bereich der hochansteckenden Viren Kompetenzen zu haben. Daher habe das RKI, ein Bundesinstitut, ein entsprechendes Labor bekommen.

APOTHEKE ADHOC Debatte