Arzneimittelexantheme

Schwere Nebenwirkungen unter Tecentriq

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Berlin -

Roche informiert über das erhöhte Risiko von kutanen Nebenwirkungen unter der Behandlung mit Tecentriq (Atezolizumab). Bei Verdacht auf schwere unerwünschte Arzneimittelreaktionen sollte der Patient an einen Spezialisten überwiesen werden.

Atezolizumab ist seit 2017 in Deutschland unter anderem zur Behandlung von Lungen- oder speziellen Formen von Brustkrebs eingesetzt. Der monoklonale Antikörper blockiert die Wirkung eines vom Tumorgewebe hergestellten Proteins namens PD-L1, das die Immunabwehr daran hindert, den Krebs anzugreifen. Die Gabe erfolgt, je nach Art der Therapie, alle zwei oder vier Wochen intravenös.

Nun informiert Roche über mögliche schwere kutane Nebenwirkungen (Severe Cutaneous Adverse Reactions, SCAR) bei der Verabreichung. Unter SCAR wird eine ganze Gruppe von immunologisch vermittelten Arzneimittelexanthemen zusammengefasst. Die häufigsten Ausprägungen sind:

  • Akut generalisiertes pustulöses Exanthem
  • Stevens-Johnson-Syndrom
  • toxische epidermale Nekrolyse
  • Arzneimittelexantheme mit Eosinophilie und systemischen Symptomen

Unter der Anwendung von Tecentriq kann es laut Aussagen des Herstellers zu diesen Ausprägungen kommen. Bei Verdacht auf eine SCAR ist die Therapie zu unterbrechen. Der Arzt sollte den Patienten gegebenenfalls an einen Spezialisten überweisen. Darüber hinaus sollte die Therapie bei bestätigtem Stevens-Johnson-Syndrom oder bestätigter toxischen epidermalen Nekrolyse dauerhaft abgesetzt werden. Sollte beim Patienten in der Vergangenheit eine SCAR unter anderen Medikamenten aufgetreten sein, so ist besondere Vorsicht geboten.

 

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