Schwangerschaft und Covid-19

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Kaiserschnitt und Frühgeburt

Um eine Virusübertragung während der Geburt zu vermeiden, entscheiden sich Ärzte häufig für die Durchführung eines Kaiserschnittes. Ob es bei Covid-19-Patientinnen nötig ist eine Sectio durchzuführen, ist noch nicht abschließend geklärt. Diese Entscheidung hänge auch stark vom Allgemeinzustand er Frau ab – die Geburt ist ein Ereignis, bei dem der weibliche Organismus viel leisten muss. Ist die Frau bereits geschwächt, hat Fieber oder leidet unter Atemnot, so könnte es während einer natürlichen Geburt zu Komplikationen kommen – ein Kaiserschnitt wäre zu bevorzugen.

Laut Medizinern könnte bei stabilen Frauen zum Teil auch eine natürliche Geburt in Betracht gezogen werden – dieser Meinung sind auch Huan Liang von der Fudan University in Shanghai und Ganesh Acharya vom Karolinska Institut in Stockholm. Mediziner vom Imperial College London weisen in einem der ersten umfassenderen Reviews zum Thema Schwangerschaft und Covid-19 jedoch darauf hin, dass es bei knapp der Hälfte aller Schwangeren, die aufgrund einer Corona-Infektion stationär aufgenommen wurden, im Verlauf zu einer Frühgeburt kam. In den meisten Fällen handelte es sich hierbei um eine relativ späte Frühgeburt. Frühgeburten können eine Indikation für einen Kaiserschnitt sein. Das Baby könnte bei einem natürlichen Geburtsvorgang Schäden davontragen. In noch nicht offiziell publizierten Studien zeigt sich, dass Frauen, die aufgrund einer Sars-CoV-2-Infektion im Krankenhaus sind, die Geburten überwiegend mit einem Kaiserschnitt durchgeführt wurden.

Neu: Pertussis Impfung empfohlen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Schwangeren, sich am Anfang des dritten Trimenons gegen Pertussis (Keuchhusten) impfen zu lassen. Als Impfstoff sollte ein Tdap-Kombinationsimpfstoff gewählt werden. Besteht das Risiko einer Frühgeburt, so wird die Impfung bereits ab dem zweiten Trimenon empfohlen. Bei einer sich abzeichnenden Frühgeburt wird die maternale Immunisierung bereits im 2. Schwangerschaftsdrittel angeraten. Eine Impfung gegen Keuchhusten sollte unabhängig vom Impfstatus in jeder Schwangerschaft wiederholt werden. Diese Empfehlungen seitens der Stiko ist neu und wurde Anfang März beschlossen.

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