Reinraum, Rohrpost, Roboter

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Berlin -

Mehr als eine Million Arzneimittelabgaben, 81.000 sterile Zubereitungen, 20.000 Rezepturen und Defekturen – das ist die Jahresbilanz der Krankenhausapotheke des Universitätsklinikums Leipzig. Die 47 Mitarbeiter der Apotheke versorgen insgesamt mehr als 2400 Betten an der Uniklinik und vier weiteren Häusern. Seit 2001 wird die Apotheke von Dr. Roberto Frontini geleitet, dem ehemaligen Präsidenten des europäischen Verbands der Krankenhausapotheken (EAHP).

Die 1600 Quadratmeter große Apotheke verfügt über moderne Labore und effiziente Logistiksysteme. Die Bestelllisten beispielsweise werden an mobile Geräte geschickt und können von den Apothekenmitarbeitern direkt im Lager bearbeitet werden. Auf 650 Quadratmetern werden dort mehr als 1500 Produkte vorrätig gehalten, neben Arzneimittel auch Infusionslösungen, parenterale Ernährung, Defekturen und Rezepturen. Auch die verschiedenen Notfalldepots werden hier unterhalten.

Die Arzneimittel werden aus den Regalen auf ein Förderband gelegt, von einem Kommissionierautomaten gescannt und automatisch in bis zu 20 Kisten für verschiedene Stationen sortiert. Was der Automat nicht erkennt, wird aussortiert und von Hand bearbeitet. Die Kisten für die Stationen werden in mannshohe Rollcontainer eingehängt. In eine Halterung an der Außenwand dieser Metallcontainer wird ein Chip für die jeweilige Ziel-Station gesteckt. Roboter-Fahrzeuge greifen die Container, lesen den Chip ein und fahren die Arzneimittel ans Ziel. Dringende Anforderungen verschickt die Apotheke per Rohrpost.

Die Apotheke besitzt – laut Frontini als eine der wenigen Apotheken in Deutschland – eine eigene Herstellungserlaubnis für klinische Prüfpräparate. „Fast wöchentlich gibt es Anfragen“, so der Direktor. Rund 80 klinische Studien betreuen zwei Mitarbeiter der Apotheke derzeit. Sie bestellen, lagern und dokumentieren die Studienmedikation, versenden die Studienware und entsorgen nicht benötigte Prüfmedikation.

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