Tumor täuscht ADHS vor

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Neun Kinder waren vor der Entdeckung der Tumoren bereits mit ADHS diagnostiziert worden. Vier davon erhielten Medikamente wie Amphetamin, Dextroamphetamin oder Methylphenidat. Diese wurden nach erster Einschätzung der behandelnden Ärzte aber nicht gut vertragen: Die Kinder klagten regelmäßig über Kopfschmerzen und starkes Schwitzen. Bei den Patienten wurde zusätzlich Bluthochdruck festgestellt, eine im Grunde bekannte Nebenwirkung, die bei Kindern aber in der Regel nur geringfügig ausgeprägt ist.

Nach der operativen Entfernung der Tumoren zeigten drei der neun Kinder plötzlich keine ADHS-Symptome mehr. Die Studienleiter vermuten daher, dass die Krebserkrankung – und nicht eine Aufmerksamkeitsstörung – für die Symptome verantwortlich ist. Für die Forscher ist klar: Insbesondere bei gleichzeitigem Auftreten von Bluthochdruck und der Diagnose ADHS könnte auch ein Tumor die Ursache sein. Die solle in Zukunft stärker in den Fokus gerückt werden, um eine potenzielle Krebserkrankung nicht unnötig lange unbehandelt zu lassen, so die Wissenschaftler.

Die Prävalenz von diagnostizierter AHDS sei bei den Kindern im Rahmen der Studie mit 21 Prozent außerdem deutlich höher als in der Bevölkerung bei gleichaltrigen Kindern, so die Forscher. Normalerweise trete die Aufmerksamkeitsstörung nur bei etwa 7 Prozent der Kinder auf – ein weiterer Hinweis, dass die Tumoren die ADHS-Symptomatik imitieren und möglicherweise die eigentlich zugrunde liegende Krankheit ist.

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