Novo Nordisk ruft lockere Nadeln zurück | APOTHEKE ADHOC
Glucagen-Hypokit

Novo Nordisk ruft lockere Nadeln zurück

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Berlin -

Der dänische Hersteller Novo Nordisk ruft drei Chargen des Glucagen Hypokit (Glucagon) zurück. Das Präparat wird zur Behandlung schwerer hypoglykämischer Reaktionen eingesetzt, die bei der Insulintherapie von Kindern und Erwachsenen mit Diabetes mellitus auftreten können. Offenbar handelt es sich um einen Produktionsfehler: Laut Hersteller haben sich in wenigen Fällen die Nadeln von der Fertigspritze gelöst. Die Fehlfunktion ist äußerlich nicht erkennbar.

Glucagen Hypokit wird bei schweren Unterzuckerungen bei Diabetespatienten eingesetzt, die bewusstlos geworden sind oder keinen Zucker zu sich nehmen können. Glucagon wirkt dabei entgegengesetzt zu Insulin.

Einige Nadeln seien nicht richtig verklebt und können sich bei der Anwendung ablösen. In einem solchen Fall sei das Arzneimittel nicht mehr zur Notfallbehandlung von schweren Hypoglykämien verwendbar. Eine Behandlung könne sich dadurch erheblich verzögern, was schwere Folgen für Patienten haben kann.

Die betroffenen Chargen sind seit Anfang des Jahres in Umlauf. Der Rückruf bezieht sich auf die Chargen FS6W906, FS6W937 und FS6X052. Patienten sollen betroffene Packungen in ihrer Apotheke abgeben und kostenlos umtauschen lassen. Zudem sollen alle Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen gemeldet werden.

Novo Nordisk hat außerdem alle Reimporteure informiert. Branchenprimus Kohlpharma hat bereits reagiert und um den Rückruf seiner Charge FS6X718 gebeten. Apotheken sollen ihre Bestände überprüfen und gegebenenfalls wieder an den Arzneimittelimporteur zurücksenden.

Patienten, die im Besitz eines Glucagen Hypokits der genannten Chargen sind, sollen laut einer Meldung der Arzeinmittelkommission (AMK) die Arzneimittel solange bei sich tragen und anwenden, bis sie einen Ersatz haben.

Der Hersteller bedauert den Vorfall und bittet um Entschuldigung für die mit dem Rückruf verbundenen Unannehmlichkeiten für Patienten, Apotheker und Ärzte. Ähnliche Meldungen kommen aus Dänemark, Großbritannien, Norwegen, Österreich und Spanien.

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