Mikrochip statt Spritze

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Ein implantierbarer Mikrochip könnte zukünftig das tägliche Spritzen einiger Wirkstoffe überflüssig machen. Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technologie (MIT) haben erstmals ein drahtloses Wirkstoff-Freisetzungssystem getestet. Acht an Osteoporose erkrankten postmenopausalen Frauen wurde der Chip für vier Monate eingesetzt.

Bei dem Chip sind 20 Kammern mit jeweils einer Tagesdosis an lyophlisiertem Parathormon-Fragment gefüllt. In Deutschland vermarktet der Pharmakonzern Eli Lilly das Präparat Forsteo (Teriparatid). Der Arzneistoff muss täglich gespritzt werden, was häufig zu Compliance-Problemen führt.

Jede Kammer ist mit einer Batterie verdrahtet. Die Dosisfreisetzung wird zuvor programmiert. Ein induzierter Stromfluss lässt den Kammerdeckel schmelzen, dadurch wird der Wirkstoff freigesetzt.

Obwohl sich bei den Frauen im Versuch eine Gewebekapsel um den Chip bildete und sich nicht alle Kammern öffneten, konnten die Wissenschaftler in sieben von acht Fällen eine ausreichende Wirkstoffkonzentration im Blut nachweisen. Knochenmessungen zeigten, dass die tägliche Freisetzung des Wirkstoffes aus dem Gerät die Knochendichte erhöhte. Der Mikrochip verursachte keine Nebenwirkungen; auch die Pharmakokinetik war den Forschern zufolge ähnlich wie bei der injizierbaren Variante.

Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Science Translational Medicine veröffentlicht.

 

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