Holsten bringt Milnacipran

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Berlin -

Holsten Pharma hat ein neues Mittel zur Behandlung von Depressionen auf dem Markt: Der Wirkstoff Milnacipran zählt zu den Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmern (SNRI) und soll eine duale und gut verträgliche Wirkung im Vergleich zu anderen Antidepressiva mit sich bringen. Bisher ist der Wirkstoff nur von einem Hersteller auf dem Markt.

Milnacipran gehört zur Gruppe der SNRI, weitere Vertreter sind beispielsweise Duloxetin, Venlafaxin und Maprotilin. Sie alle zählen – gemeinsam mitSelektiven-Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI) wie Sertralin, Fluoxetin, Paroxetin und Citalopram sowie Trizyklika wie Amitriptylin und Trimipramin – zu den sogenannten „Antidepressiva der dritten Generation“.

SNRI besser als SSRI

Milnacipran soll dabei die Vorteile der SSRI und Trizyklika vereinen – es soll hochwirksam, aber gleichzeitig gut verträglich sein. Beim Absetzen soll es zudem nahezu keine Rückfallsymptome aufweisen, erklärt Professor Dr. Hans-Peter Volz, ärztlicher Direktor des Krankenhauses für Psychiatrie und Psychosomatik Schloss Werneck. Das gute Profil von Milnacipran soll auf der dualen Funktion bei der Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin beruhen: Neben Serotonin, welches vor allem gegen depressive Stimmungen wirkt, wird auch der Neurotransmitter Noradrenalin beeinflusst, welcher sich positiv auf Konzentrationsstörungen und mangelnde Motivation auswirkt.

„Nach neueren Erkenntnissen führt die duale Wirkung zu einer Überlegenheit der SNRI gegenüber den SSRI“, erläutert der Hersteller Holsten. Dies sei vor allem der Fall, wenn die Wiederaufnahme der beiden Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin etwa zu gleichen Teilen jeweils 100-prozentig gehemmt werde. Zwar erreiche auch Milnacipran diesen Idealfall nicht, der Wirkstoff komme dem aber näher als andere bekannte Antidepressiva: Studien zufolge liegt der Wert der Wiederaufnahmehemmung für Serotonin bei 100 Prozent, für Noradrenalin sind es 62 Prozent. Andere Antidepressiva erreichen geringere Werte für die Wiederaufnahmehemmung in Bezug auf Noradrenalin – bei Duloxetin sind es beispielsweise nur 10,6 Prozent, bei Venlafaxin sogar nur 3,3 Prozent. Um mit diesen Substanzen den gewünschten Effekt zu erzielen, muss dann entsprechend höher dosiert werden.

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