Genussmittel

Gibt es Kaffee bald auf Rezept? dpa, 08.03.2018 09:22 Uhr

Lübeck/Hamburg - Kaum eine Substanz hat in den letzten Jahren einen so kometenhaften Aufstieg hingelegt wie Kaffee. Lange Zeit als magenreizendes Teufelszeug verschrien, wird das Gebräu heute als heilsbringender Alleskönner gefeiert. Aber wie gesund ist Kaffee denn nun wirklich?

Lange Zeit galt Kaffee als Gift: nervenschädlich, herzbelastend, magenreizend. Es ist nicht so, dass die Menschen das interessiert hätte. Ob morgens zum Aufwachen oder am Nachmittag zum Bienenstich – Kaffee gehört seit jeher zum Alltag der meisten Deutschen. Zwei große Tassen gönnen sie sich im Schnitt pro Tag. In jüngster Zeit aber mehren sich die Zeichen, dass der Wachmacher womöglich gar nicht so schädlich ist. Im Gegenteil: Geradezu gesund soll er nun sein. Gibt es Kaffee bald auf Rezept?

Die jüngste Studie, die Anlass gibt, Kaffee endgültig zu rehabilitieren, ist eigentlich keine Studie. Forscher aus Southampton und Edinburgh haben mehr als 200 Metaanalysen zusammengefasst, die wiederum ihrerseits auf einer Vielzahl von Studien beruhten. Darunter 17 Analysen von sogenannten Interventionsstudien, die aus wissenschaftlicher Sicht besonders relevant sind. Man kann also sagen, dass die Datengrundlage beträchtlich ist.

Was dabei herauskam, hat selbst Leute verblüfft, die schon lange vermuten, dass Kaffee eine positive Wirkung haben kann. Professor Dr. Christian Sina zum Beispiel, der das Institut für Ernährungsmedizin an der Universität zu Lübeck leitet. „Im Ergebnis wurde gezeigt, dass das relative Sterberisiko bei Personen, die drei bis vier Tassen Kaffee am Tag trinken, signifikant geringer war als bei Nicht-Kaffeetrinkern“, sagt er. Sie erkrankten auch seltener an Herz-Kreislauf-Leiden, an Lebererkrankungen oder bestimmten Krebsarten. Die Effekte waren deutlich: Unter den Kaffeetrinkern gab es 18 Prozent weniger Krebsfälle.

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