Nierenzellkarzinom

G-BA: Zusatznutzen für Kisplyx Nadine Tröbitscher, 30.03.2017 11:52 Uhr

Berlin - Die Marktneueinführung von Kisplyx im November eröffnete dem Hersteller Eisai mit dem Wirkstoff Lenvatinib ein neues Indikationsgebiet – die Behandlung des fortgeschrittenen Nierenzellkarzinoms in Kombination mit Everolimus. Nun hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) dem Arzneimittel einen Zusatznutzen zugesprochen.

Der G-BA folgt damit der Empfehlung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Januar. Die Experten beziehen sich in ihrer Entscheidung auf eine randomisierten Studie mit 153 Patienten, die an fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom und einer Krankheitsprogression nach einer vorangegangenen Therapie gegen den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF) leiden. Die Kombinationstherapie aus Lenvatinib und Everolimus konnte im Ergebnis das mediane progressionsfreie Überleben der Patienten gegenüber der Vergleichstherapie signifikant steigern. Das neue Therapieregime kam auf etwa 15 Monate, die Monotherapie mit Everolimus verzeichnete etwa 6 Monate. Die von Eisai vorgelegten Daten zum klinisch relevanten Überlebensvorteil überzeugten den G-BA.

Auch im medianen Gesamtüberleben war die Kombinationstherapie laut zwei Analysen der Monotherapie überlegen. Das Gesamtüberleben lag bei etwa 26 Monaten im Vergleich zu etwa 15 Monaten. Eisai geht nun gestärkt in die Preisverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband.

Etwa 2 bis 3 Prozent aller Krebsdiagnosen entfallen auf das Nierenzellkarzinom, das im fortgeschrittenen Stadium eine hohe Sterblichkeit aufweist – etwa 30 Prozent der Betroffenen überleben nicht. Innerhalb eines Jahres versterben etwa 40 bis 50 Prozent der Patienten mit Metastasen. Lenvatinib dient in Kombination mit Everolimus der Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom nach einer vorangegangenen, gegen den VEGF gerichteten Behandlung. Die Kombination wies eine erhöhte antiangiogene und Antitumor-Aktivität auf. Dies belegte bei Markteinführung die Abnahme der humanen Endothelzellproliferation. 
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