Indikationserweiterungen

Ulipristal in der Myom-Therapie APOTHEKE ADHOC, 29.04.2015 09:08 Uhr

Berlin - Ulipristal, das kennen alle Apotheker als Wirkstoff des seit kurzem rezeptfreien Notfallkontrazeptivums EllaOne (HRA Pharma). In niedrigerer Dosierung wird die Substanz auch eingesetzt bei Patientinnen mit Myomen der Gebärmutter. Vertrieben wird das Präparat Esmya seit zwei Jahren vom HRA-Konkurrenten Gedeon Richter. Jetzt hat die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Anwendungsbereich ausgeweitet.

Bislang ist Esmya indiziert zur Behandlung mittlerer bis starker Symptome durch Gebärmutter-Myome bei erwachsenen Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter, für die eine Operation vorgesehen ist. Die Therapie soll drei Monate nicht überschreiten, mit jeweils einer Tablette täglich. Dieser Zyklus kann nur einmal wiederholt werden.

Künftig kann das Präparat dauerhaft bei Uterus myomatosus verordnet werden, zur intermittierenden Behandlung mittelschwerer bis schwerer Symptome. Esmya enthält 5 Milligramm Ulipristal, bei EllaOne sind es 30 Milligramm. HRA und Gedeon Richter hatten sich das Patent nach den entsprechenden Indikationen aufgeteilt.

2013 wurde Esmya 20.400 Mal auf Kassenrezept verordnet, das waren 72 Prozent mehr als im Jahr der Einführung. Die Kosten stiegen sogar um 137 Prozent auf 4,9 Millionen Euro. Das Präparat kostet 199,50 Euro für 28 Stück und für 576,51 Euro für die 84er-Packung. Bei den Reimporteuren CC Pharma, Emra, Eurim und Kohl Pharma ist lediglich die große Packung mit rund 560 Euro etwas preiswerter.

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