Diabetes

Insulinspritze mit Wärmekissen

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Berlin -

Wärmepflaster für Diabetespatienten: Das israelische Unternehmen Insuline Medical hat ein System entwickelt, dass die Haut nach der Insulin-Injektion erwärmt und damit die Aufnahme des Proteins ins Blut verbessert. In Deutschland – als erstem Land weltweit – soll das InsuPad nun eingeführt werden. Die Vermarktung übernimmt hierzulande LifeScan. Die Diabetessparte des US-Konzerns Johnson & Johnson (J&J) vertreibt die Blutzuckermessgeräte OneTouch.

Das InsuPad besteht aus einer Kunststoff-Halterung, die morgens mit einem Pflaster auf die Haupt geklebt wird, und einer Kontrolleinheit mit Wärmeelement. Wird das System aufgeklappt, kann innerhalb der Halterung Insulin gespritzt werden. Nach der Injektion wird das InsuPad wieder geschlossen, der Wärmezyklus beginnt.

Das Gerät erwärmt die Haut in den nächsten 50 Minuten dreimal für jeweils zehn Minuten auf 39,5 Grad Celsius – gefolgt von zehn Minuten Pause. Die Erwärmung führt zu einer Erhöhung der kutanen Mikrozirkulation. Dadurch kann das Insulin schneller in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Auf diese Weise werden dem Hersteller zufolge hohe Blutzuckerwerte nach den Mahlzeiten reduziert und die Blutzuckereinstellung langfristig verbessert.

Der Akku des Geräts reicht für fünf Zyklen, danach muss er aufgeladen werden. Wird das Wärmelement entfernt, wird die Halterung zerbrochen, sodass ein neues Pflaster aufgeklebt werden muss.

Für das InsuPad hat Medical Insuline bereits 2008 die CE-Zertifizierung erhalten. Der Markteintritt ist einer Lifescan-Sprecherin zufolge für den 1. Dezember geplant. Derzeit seien die Außendienstler in den Apotheken unterwegs und stellten das Produkt vor. Der israelische Hersteller setzt nach eigenen Angaben bei der Vermarktung auf die Fachkenntnisse und die Präsens von LifeScan in Deutschland.

Man habe den Markteintritt verschoben, weil man sich zunächst um die Erstattungsfähigkeit des InsuPads bemühen wollte, heißt es bei Insuline Medical. Ergebnisse gibt es einer Sprecherin zufolge aber noch nicht: Man sei derzeit mit allen Kassen im Gespräch. Ob und in welcher Höhe die Kosten übernommen würden, stehe aber noch nicht fest.

Zusammen mit der Barmer GEK hat Insuline Medical eine klinische Studie durchgeführt: Einbezogen wurden 145 Patienten mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes, die eine intensivierte Therapie mit Insulinanaloga und einer Tagesgesamtdosis von mehr als 60 Einheiten benötigten. Patienten der InsuPad-Gruppe benötigten knapp 20 Prozent weniger prandiales Insulin bei einem leichten Anstieg des Basalinsulins. Die Gesamtinsulindosis sank um 8,6 Prozent. Somit können laut Hersteller durchschnittlich 27,5 Prozent der Kosten eingespart werden.

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