Covid-19: Irreversible Lungenschäden möglich

/ , Uhr

Zwei der Patienten zeigten auch nach mehreren Wochen bei Belastung noch eine deutliche Sauerstoffunterversorgung. Außerdem waren die Bronchien hyperreagibel, ähnlich wie bei Asthmatikern. Bei vier der sechs Patienten zeigten sich im CT massive Lungenveränderungen – obwohl der Patient keine oder nur schwache Symptome mehr zeigte. „Ich habe sogar im Röntgen angerufen, ob sie nicht die Bilder vertauscht haben, weil ein gesunder Patient vor uns saß“, erklärt Hartig. Mit derartigen Lungenschäden müssten die Patienten regelmäßig zur Kontrolle. Unklar ist derzeit, ob die langanhaltenden Schäden von Dauer sein werden. „Wir wissen nicht, wie viel von den Veränderungen dauerhaft bleiben.“ Beim Anblick der Befunde falle es jedoch schwer, an eine völlige Ausheilung zu glauben. Im nächsten Jahr wollen Hartig und sein Team eine Studie zu möglichen Spätfolgen veröffentlichen.

Sport erst nach Tauglichkeitsuntersuchung beginnen

Sportler sollten daher nach einer überstandenen Covid-19-Infektion besonders vorsichtig sein. Vor allem beim Tauchsport kann es mit derartigen Lungenschäden lebensgefährlich werden: Denn Taucher führen sich vermehrt Sauerstoff zu, beispielsweise wenn sie mit Nitrox, einem Gemisch aus Stickstoff mit Sauerstoff, den Sport ausüben. Wenn das Lungengewebe jedoch noch gereizt und überempfindlich ist, kann dieser erhöhte Sauerstofflevel jedoch zur Gefahr werden und schaden.

Daher veröffentlichte er im Tauchsport-Fachmagazin „Wetnote“ einen Zwischenbericht, mit dem er aktive Taucher warnen möchte. „Sie sollen sich nach einer überstandenen Covid-Infektion, auch wenn sie nur leichte Symptome hatten, auf jeden Fall gründlich von einem Taucharzt untersuchen lassen, auch wenn sie noch eine aufrechte Tauchtauglichkeitsuntersuchung haben“, erklärt Hartig. Aber auch in anderen Sportarten könnte es durch Spätfolgen zu Leistungsverlusten kommen – davor warnte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Genaue Sporttauglichkeitsuntersuchungen seien daher essenziell. „Es werden spezielle Informationen für Sportler, Vereine, aber auch für Ärzte in Zukunft besonders notwendig werden“, sagte KFV-Sprecherin und Sportpräventionsexpertin Johanna Trauner-Karner.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema
Weiteres
Drei Wochen abgeschaltet
Facebook erlaubt Vagisan wieder»
Familienpackung für die Hausapotheke
Nasic kommt im Doppelpack»
Nur noch eine Rezeptur pro Verordnung
Platzmangel durch Hash-Code und Z-Daten»
Dosierungsangabe
Achtung Retax: >>2x»