Gesunde Gefäße durch Anthocyane

Blaubeeren gegen Bluthochdruck?

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Berlin -

Immer wieder rücken neue Ernährungstrends in den Fokus, die vorbeugend gegen verschiedenste Erkrankungen und Beschwerden helfen sollen. Forscher des King´s College in London wollen nun gezeigt haben, dass Blaubeeren den Blutdruck ähnlich gut senken können, wie gängige Medikamente gegen Hypertonie.

Normalerweise werden gegen Bluthochdruck verschiedene Wirkstoffe wie ACE-Hemmer, Sartane, Calciumcanalblocker oder Betablocker eingesetzt. Forscher aus England wollen nun eine natürliche Alternative gefunden haben: Blaubeeren, häufig auch als Heidelbeeren bezeichnet, sollen den Blutdruck nachweislich senken können – bereits 200 Gramm pro Tag sind den Wissenschaftlern zufolge ausreichend. Außerdem sollen sie einen positiven Effekt auf die Gefäße haben. Für die Wirkung sei nicht wichtig, ob die Beeren im Ganzen gegessen, als Saft getrunken oder in Form von Kapseln zugeführt werden.

Ähnlich wirksam wie chemische Antihypertonika

In der Studie konnte der Blutdruck bei den Patienten innerhalb eines Monats um durchschnittlich fünf mmHg gesenkt werden. Die Teilnehmer der Studie erhielten täglich einen Saft aus 200 Gramm Blaubeeren. Die positiven Auswirkungen auf die Gefäße seien bereits zwei Stunden nach der ersten Einnahme feststellbar gewesen – außerdem hätten sie bis zum nächsten Tag angehalten. Die Ergebnisse der Studie wurden im „Journal of Gerontology Series A“ veröffentlicht.

Verantwortlich für den blutdrucksenkenden Effekt sollen die enthaltenen Anthocyane sein, wie die leitende Ernährungswissenschaftlerin der Studie Dr. Ana Rodriguez-Mateos in einer Pressemitteilung erklärt. Dabei handelt es sich um wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die bei Früchten und Obst für eine blaue, violette oder rote Farbe sorgen und in hohen Mengen in Blaubeeren, aber auch Brombeeren, Holunderbeeren, schwarzen Johannisbeeren oder Kirschen enthalten sind.

20 Prozent weniger Herzkrankheiten

Die Verbesserung der Blutgefäße soll durch Einwirkung auf die Endothelzellen zu Stande kommen. Diese befinden sich im inneren aller Blut- und Lymphgefäße. Außerdem sollen die Zellen eine Schlüsselrolle bei der Blutgerinnung und der Senkung des Blutdrucks spielen. „Wenn die Veränderungen der Blutgefäßfunktionen nach dem täglichen Verzehr von Blaubeeren gehalten werden, senkt dies das Risiko für Herzkrankheiten um bis zu 20 Prozent“, erklärte Rodriguez-Mateos. Daher kämen Anthocyane als neues, natürliches Mittel zur Behandlung des Bluthochdrucks in Frage.

Skandinavische Beeren für gesunde Gefäße

Seit kurzem ist mit Medox ein Nahrungsergänzungsmittel mit Anthocyanen auf dem Markt: Entwickelt wurde das Produkt bereits vor 20 Jahren. Die Firma Evonik vertreibt damit nun erstmals eines ihrer Produkte über die deutschen Apotheken direkt an den Endverbraucher. Bisher war das Produkt nur über einen Onlineshop in Skandinavien und Großbritannien erhältlich.

Die Inhaltsstoffe werden aus wilden skandinavischen Heidelbeeren und schwarzen Johannisbeeren gewonnen und sollen die Gesundheit der Blutgefäße unterstützen. Vor allem Sportler und Senioren könnten von der Nahrungsergänzung profitieren, erklärte Thomas Riermeier, Leiter des Geschäftsgebiets Health Care bei Evonik. „Die Anthocyane in Medox sind wertvolle, sekundäre Pflanzenstoffe, die als Radikalfänger aktiv werden. Sie erhalten die Gesundheit von Gefäßen und Venen,“ erläuterte Thomas Hermann, Leiter des Produktbereichs Pharma & Food Ingredients bei Evonik. Zu der enthaltenen Kombination gibt es bisher 24 wissenschaftliche Studien, die unter anderem in Deutschland, Australien und China durchgeführt wurden.

 

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