Welches Antibiotikum wirkt noch zuverlässig gegen welchen Erreger? Diese Frage stellt sich täglich in Arztpraxen und Kliniken. Das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) haben ein Register veröffentlicht, mit dem Ärztinnen und Ärzte aktuelle Informationen zu Antibiotikaresistenzen abrufen können.
In einer Tabelle sind rund 75 häufig nachgewiesene Erreger sowie 66 gängige Antibiotika gegenübergestellt. Der jeweilige Resistenzanteil wird farblich nach einem Ampel-System dargestellt: Rot bedeutet, dass es in mehr als der Hälfte der Fälle zu Resistenzen kommt. Gelb steht für einen Anteil von mehr als 10 Prozent, Grün für geringere Quoten.
Das Register soll dabei helfen, die bestmögliche Therapie für Erkrankte zu finden und so Therapieversagen und der Ausbreitung von Resistenzen bei Erregern entgegenzuwirken. Grundlage sind die Daten der Antibiotika-Resistenz-Surveillance (ARS) des RKI, in deren Rahmen Antibiotikaresistenzen aus dem stationären und ambulanten Bereich in Deutschland erfasst werden.
Nach EU-Recht müssen Fachinformationen für Antibiotika zwar Angaben zur aktuellen Resistenzlage enthalten. In der Praxis sind diese Informationen jedoch nicht immer auf dem aktuellen Stand und nicht zentral abrufbar. Das neue Tool schließt laut RKI diese Lücke mit jährlich aktualisierten Daten.
Ärztinnen und Ärzte können gezielt nach verschiedenen Antibiotika und Erregern filtern, die in ihrer Praxis am häufigsten vorkommen. Das Tool soll damit einen verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz im Sinne des Antibiotic Stewardship unterstützen.
Auch die Wirkstoffe und Kombinationen sind farblich gemäß ihrer Bedeutung abgestuft: Sie werden nach den WHO-AWaRe-Kategorien Access, Watch und Reserve geordnet: Access-Antibiotika sollen breit verfügbar und bevorzugt eingesetzt werden, da sie wirksam und mit geringerem Resistenzrisiko verbunden sind. Watch-Antibiotika tragen ein höheres Risiko für die Entwicklung von Resistenzen und sollten nur bei spezifischen Indikationen verwendet werden. Reserve-Antibiotika sind letzten Optionen für die Behandlung multiresistenter Infektionen und sollen restriktiv eingesetzt werden.
Das Tool ist auf der Website des RKI zu finden und Teil des Projekts AntibioResDE von RKI und BfArM.
Folgende Wirkstoffe sind aktuell berücksichtigt:
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