Berlin -

Das Mistelpräparat Iscador wird ab Herbst nicht mehr von Weleda vertrieben. Der Hersteller konnte sich mit dem schweizerischen „Verein für Krebsforschung“ nicht über grundlegende Vertragsdetails einigen. Daher sei man nach intensiven Verhandlungen übereingekommen, die langjährige Zusammenarbeit zu beenden, heißt es. Ab November nimmt ein neuer Vertriebspartner das Mittel huckepack – für die Anhänger der Anthroposophie ein Politikum.

Iscador ist ein fermentierter wässriger Auszug aus Apfelbaummistel. Die Blätter werden im Sommer geerntet, die Beeren im Winter. Mit einer speziellen Maschine werden die Presssäfte unter hoher Geschwindigkeit vereint – der kosmische Effekt soll für die Wirkung gegen Krebs von entscheidender Bedeutung sein.

Bei Schulmedizinern und Krankenkassen zählen solche energetischen Besonderheiten nicht. Schon 2004 strich der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) anthroposophische Mistelpräparate in der kurativ-adjuvanten Krebsbehandlung aus dem GKV-Leistungskatalog, da diese nicht als Therapiestandard anerkannt seien.

Weil das Bundesgesundheitsministerium (BMG) sich zunächst schützend vor die Präparate stellte, ging der Fall vor Gericht. Doch das Bundessozialgericht (BSG) bestätigte 2011 den Ausschluss; vom G-BA gab es im April 2012 einen neuerlichen Beschluss: Nur in der palliativen Therapie dürfen anthroposophische Mistelpräparate zu Lasten der Krankenkassen verordnet werden.

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