Weltkrebstag: Wo man lebt, entscheidet ob man lebt | APOTHEKE ADHOC
Überlebensraten im internationalen Vergleich

Weltkrebstag: Wo man lebt, entscheidet ob man lebt

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Berlin -

Krebserkrankungen stellen weltweit ein zunehmendes Problem dar. Teilweise gibt es zwischen den verschiedenen Ländern jedoch erhebliche Unterschiede in Bezug auf die Überlebensraten. Einige Studien klären auf und geben einen Überblick.

Wie hoch die Krebsüberlebensrate ist, hängt der Studie zufolge unter anderem davon ab, in welchem Land man lebt. Für die Untersuchung „Survmark 2“ wurden die Daten von fast vier Millionen Krebspatienten aus sieben Ländern ausgewertet: Australien, Kanada, Dänemark, Irland, Neuseeland, Norwegen und Großbritannien wurden in die Analyse eingeschlossen. Berücksichtigt wurden Krebserkrankungen von Speiseröhre, Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse, Lunge und der Eierstöcke.

Insgesamt konnte die Beobachtung zeigen, dass die Krebsüberlebensraten seit 1995 kontinuierlich angestiegen sind. Die gilt vor allem für die besonders kritischen Formen – Speiseröhre, Magen, Lunge und Bauchspeicheldrüse – und insbesondere für Patienten, die bei der Diagnose jünger als 75 Jahre sind. Die besten Überlebensraten hatten Australien, Kanada und Norwegen. Dennoch waren die ermittelten Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und Krebsarten zum Teil enorm.

Im Untersuchungszeitraum 2010 bis 2014 war die Fünf-Jahres-Überlebensrate beim Bauchspeicheldrüsenkrebs in Australien mit 14,6 Prozent beispielsweise fast doppelt so hoch wie in Großbritannien mit nur 7,9 Prozent. Gleiches gilt auch für Magenkrebs: Patienten in Australien haben mit 32,8 Prozent eine deutlich bessere Chance fünf Jahre zu überleben als die Briten mit nur 20,8 Prozent. Am höchsten waren die Überlebenschancen bei Darm- und Dickdarmkrebs. Knapp 71 Prozent der Australier leben nach der Diagnose noch mindestens fünf Jahre. Bei den Briten, die in diesem Bereich das Schlusslicht darstellen, sind es immerhin noch gut 60 Prozent.

Die Verbesserungen bei den Krebsüberlebensraten seien wahrscheinlich eine direkte Konsequenz größerer Reformen im Gesundheitssektor und des technologischen Fortschritts, erklären die Autoren der Studie. Dadurch seien frühere Diagnosen, effektivere und zielgerichtete Therapien und ein besseres Patienten-Management möglich. Auch die größere Treffsicherheit von zielgerichteten Therapien, die auf Basis molekularer Biomarker zum Einsatz kommen, hätten daran wahrscheinlich einen Anteil. Die Unterschiede im internationalen Vergleich könnten sich den Forschern zufolge beispielsweise durch Komorbiditäten oder das Krankheitsstadium zum Diagnosezeitpunkt ergeben. Auch die Schnelligkeit und Verfügbarkeit von Therapieoptionen in den einzelnen Ländern könnte eine Rolle spielen. Denn teilweise kommen die Medikamente nicht zeitgleich in allen Ländern auf den Markt oder sind verfügbar.

Vor zwei Jahren konnte eine weitere Untersuchung zeigen, dass die meisten 5-Jahres-Überlebensraten seit dem Jahr 2000 insgesamt gestiegen sind. Dennoch zeigte sie ebenfalls, dass es große Unterschiede gibt – und das nicht nur zwischen reicheren und ärmeren Ländern. Insgesamt wurden 37,5 Millionen Krebspatienten aus 322 bevölkerungs­basierten Krebsregistern aus 71 Ländern berücksichtigt –zehn der Krebsregister stammten aus Deutschland. Beim Kolonkarzinom liegt Deutschland demnach im Mittelfeld, beim Lungenkrebs liegt die 5-Jahres-Überlebensrate wie bei den meisten Ländern bei unter 20 Prozent.

Dennoch gibt es Fortschritte: Die Rate verbesserte sich seit dem Jahr 2000 von 14,8 auf 18,3 Prozent. Auch bei anderen Krebsarten gibt es positive Entwicklungen: Beim malignen Melanom gehört Deutschland mit einer Überlebensrate von zuletzt 93,1 Prozent zu den elf Ländern, in denen neun von zehn Patienten fünf Jahre oder länger leben. Und auch im Bereich Brustkrebs liegt Deutschland mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von zuletzt 86,0 Prozent im obersten Bereich.

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